Sound-Raumschiff über Burgfarrnbach
Sommernachtspiele: Hans-Peter Salentins feine "Zwischenräume"
Nürnberger Zeitung, 09.08.2010
FÜRTH - Er wolle in allen musikalischen Genres wildern, kündigt Hans Peter Salentin an. Es gehe ihm um die
Zwischenräume in der Musik, die er gerne auslote. Was dann folgt, als sein Projekt "Zwischenräume" bei
den Sommernachtsspielen in Burgfarrnbach loslegt, ist sehr frei und freejazzig angehaucht, aber nicht
voller aufrüttelnder Töne, die in den Ohren schmerzen oder die Instrumente an die Grenzen treiben.
Diese Experimente der 70er Jahre sind passee, Hans-Peter Salentin hat es nicht nötig zu schockieren. Er will nicht
vor den Kopf stoßen, sondern in andere Welten entführen. Darum webt er zusammen mit Valerie Kühl (Piano) und
Stephan Schmolck (Kontrabass) harmonische Klangteppiche, die sich bei klassischen Melodiefolgen ebenso locker
bedienen wie im Pop-Repertoire. Es kann passieren, dass man meint, diesen Sound zu kennen - aus einem Traum. Oder
aus den Momenten kurz bevor man in den Schlaf gleitet. Nicht immer geht es da sanft zu, manche Akkorde reiben sich
kräftig aneinander, aber nie zum Selbstzweck, immer steckt etwas dahinter. Die Ästhetik stimmt, die verborgene interne
Logik wird nicht gebrochen. Sicher könnte man Noten notieren und berechnen. Aber wer tut das schon, wenn er träumt?
Fingerfertiger Bassist
Schmolcks Kontrabass produziert Töne, die man so noch nie gehört hat, er plaudert, donnert, regnet, hallt, klopft
wie eine Flamenco-Gitarre, ersetzt ein ganzes Schlagzeug. Was der Mann mit den Fingern zu Wege bringt, schaffen andere
nicht mal mit dem Bogen. Greift er aber zum Bogen, lebt das Instrument. Raffiniertes electronic processing und
programmierte Loops sorgen dafür, dass dieser Kontrabass endgültig die Erde verlässt.
Walerie Kühl steuert das Sound-Raumschiff per Piano, vor allem aber übers Keyboard. Fliegt da eine House-Music-Zeile?
Schwebt dort ein Bebop-Partikel? So elegant im akkordischen Spiel Soul-getränkte Triller kichern, so kapriziös
wird es im Single-Note-Spiel bei den einstimmigen Melodielinien, und so flüssig kann der Mann swingen. Insgesamt
aber spart er an diesen enormen Möglichkeiten, fügt sich perfekt ins Ensemble ein.
Über allem in der Kommandozentrale
sitzt lässig Mastermind Hans-Peter Salentin, seines Zeichens Professor für Jazz-Trompete an der Musikhochschule Würzburg
und als Trompeter der Harald Schmidt Show bekannt. Seine Sounds intervenieren und treiben zugleich, erzeugen
Mini-Filmmusik-Sequenzen und sind doch Improvisationen. Auf höchstem Niveau, versteht sich. Das knattert und
blubbert, kann kühl oder sanft sein, verträumt, melancholisch oder verspielt. Auch bizarre Kanten finden in
kleinen Phrasen ihren Platz, werden aber gekonnt weich geschliffen. Sphärische Tonräume bauen sich futuristisch auf,
um sich in alte Schlösser zu verwandeln.
Das schöne an einer Professur sind ja die Freiheiten, die
Möglichkeiten zur Forschung. Wenn so ein Musikprofessor mit den Besten ihres Faches zusammenkommt, geht es sehr
unaufgeregt zu. Man spielt mit geschlossenen Augen, ganz auf die Musik konzentriert, um selbst zu genießen. Schließlich
haben wir es nicht mit "Unterhaltern", sondern mit hochkarätigen Künstlern zu tun. Dabei steht die außergewöhnliche
Combo in farbigen Lichtprojektionen, die die Songs in den Nachthimmel erweitern. Ein kleines, feines Top-Konzert
dieser Sommernachtsspiele.

Bild: Hoffmann
Kölner Stadtanzeiger, 23. Juni 2010
Spektakuläre Kulisse, tolle Musik
Von Claudia Hoffmann
Bad Münstereifel-Iversheim - „Ich habe schon an vielen wunderbaren Orten gespielt, aber dieser hier ist wirklich ganz irre“, begrüßte der Münstereifeler Musikprofessor Hans-Peter Salentin die mehr als 100 Besucher seines Konzerts, das die faszinierende Kombination von Musik und Archäologie bereits im Titel trug: „Jazz in the Roman Limeworks“. In der Tat hatte Veranstalterin Ruth Warren mit der Römischen Kalkbrennerei in Iversheim eine Stätte mit außergewöhnlicher Raumdramaturgie gefunden.
Der Großteil der Zuhörer saß ebenerdig in der „Küche“, von der aus römische Legionäre einst die Feuerkammer der Brennöfen mit Holz bestückten. Sie ist über eine Rampe mit einer höher gelegenen „Kammer“ verbunden, in der das Eifeler Dolomitgestein zu Kalk gebrannt wurde.
Eindrucksvoll inszeniert
Zwischen Zuschauerraum und Empore, auf der Salentin (Trompete), Martin Gjakonowski (Kontrabass) und Dieter Greifenberg (Keyboard) Platz genommen hatten, eröffneten die zerklüfteten Kalksteinformationen einen Blick in die Tiefe. In Kombination mit dem von Opernhaus-Lichtdesigner Erwin Jutz (Pesch) eindrucksvoll inszenierten Farbenspiel sorgten sie für eine spektakuläre Kulisse.
Alles schien wie gemacht für die Filmmusik eines Ennio Morricone („Cinema Paradiso“) oder eines Herbie Hancock („Round Midnight“), mit denen Salentin & Co. das Programm eröffneten. Zwischen den folgenden Stücken, die von Miles Davis („Nardis“) über Bill Evans („Very Early“) bis hin zum legendären „Cologne Concert“ von Keith Jarrett („Memories of Tomorrow“) reichten, gab es immer wieder Zwischenapplaus für die exzellenten Musiker.
Eines der Glanzlichter des Abends war Salentins Komposition „Surface of the water“, ursprünglich entstanden aus einem Soundcheck mit einer japanischen Pianistin. In der Pause bedankte sich Helmut Ruß, Vorsitzender des Iversheimer Dorfverschönerungsvereins, der seit beinahe 40 Jahren für die Betreuung der antiken Kalkbrennerei zuständig ist, bei Ruth Warren herzlich für die Organisation des Konzerts, mit dem gleichzeitig auch das Jubiläum gefeiert werden konnte.
Energiegeladen
Als „Zeitzeugen“ hatten die Veranstalter auch den ehemaligen Münstereifeler Stadtdirektor Armin Ahrendt eingeladen, der in seiner kleinen Rede heiter präzisierte, nicht dabei gewesen zu sein, „als die Römer 300 vor Christus hier gebrannt haben“.
Energie- und spannungsgeladene Improvisationen, bei denen sich die Musiker in der melodischen Führung abwechselten und dabei die gesamte Klangbreite ihres jeweiligen Instruments eindrucksvoll ausschöpften, prägten auch den zweiten Teil des Programms.
Im musikalischen „Trialog“ entwickelten sich scheinbar aus dem Augenblick heraus neue Themen und Strukturen, wurden so zur Komposition im Moment. Die Zuhörer bedankten sich für diesen besonderen Konzertabend mit lang anhaltendem Applaus.

© Paul Düster
Mittwoch, 9. Juni 2010
Überwältigende Klänge mit enormer Vielfalt
Der Jazz-Trompeter Hans Peter Salentin glänzt mit seinem Programm „Soundscape“ im Café International der Evangelischen Gemeinde zu Düren. Faszinierende musikalische Zwiegespräche und Improvisationen.
Düren. Dicht gedrängt saßen oder standen die Zuhörer im Café International der Evangelischen Gemeinde, um einen Meister seines Fachs, den Jazz-Trompeter Hans Peter Salentin, zu hören. Und wer keinen Platz im viel zu kleinen Saal bekommen hatte, hörte vom Hof aus den überwältigenden Klängen und der enormen Klangvielfalt zu.
Das Konzert war ein weiterer Höhepunkt in der Reihe „Planet Jazz“, die Henner Schmidt und Oliver Mark organisieren. Und die beiden hatten noch einen anderen Grund, das Konzert zu genießen. Die Sparkasse Düren unterstützt die Veranstalter, so dass bis Juni 2011 der Fortbestand der Reihe gesichert ist. Die Planungen laufen schon auf Hochtouren.
Fast hätte man meinen können, dass die gute Nachricht auch den Jazz-Professor von der Hochschule für Musik in Würzburg noch weiter beflügelte. Von cool bis hot reichte das Klangbild, von sanften, fast melancholischen Tönen bis hin zu bizarren Lauten. Eine Kaskade von anspruchsvollen Läufen überströmte die Besucher, die sich in berauschende Höhen steigerte, um dann ganz weich auszuklingen.
Salentin spielte sich mit seiner Trompete, eingebettet in elektronischen Sound, in sphärische Räume, ließ nachdenkliche Klangbilder entstehen, während das Keyboard (Walerie Kühl) in futuristische Dimensionen entschwebte, getragen von den Drums (Stephan Schneider) und der Bassbegleitung durch Rainer Wind.
Faszinierende musikalische Zwiegespräche entstanden, mal lyrisch, mal dramatisch, mal episch. Nach der musikalischen Grundaussage durch kleine Melodiephrasen folgten die Improvisationen, neue Melodienfolgen wurden „erfunden“, um dann wie auf einer Schleife zum Ursprungsthema zurückzukehren. Jazz in einer Vielfalt, der unter die Haut ging, für eindringliche Spannungsmomente sorgte und zu einer eigentümlichen Atmosphäre führte, beherrscht von der Faszination des musikalischen Ausdrucks und des Gefühls.
„Soundscape“ nannte Hans Peter Salentin sein Programm, das ihn auch als glänzenden Flügelhornisten zeigte. Seine „Klanglandschaft“ wurde geprägt von instrumentaler Kraft und sorgte bei den Zuhörern für Nachhaltigkeit. Die scheinbar flüchtigen musikalischen Momente.
Es geht auch ohne viel Licht
Konzentriert waren die Musiker bei der Sache. Zwei Stunden wurde ohne Unterbrechung während des Big-Band-
und Improvisationsworkshops der Steinfurter Musikschule im Arnoldinum musiziert.
Burgsteinfurt - 17 jugendliche und erwachsene Musiker, Saxophonisten, Trompeter, Posaunisten, ein Schlagzeuger, ein Gitarrist, ein Bassist und ein Pianist, sie sind aus dem gesamten Bundesgebiet am vergangenen Wochenende zum 5. Big-Band- und Improvisationsworkshop der Musikschule mit dem Würzburger Prof. Hans Peter Salentin ins Gymnasium Arnoldinum nach Burgsteinfurt gekommen.
„Ich brauche noch etwas mehr Licht, sonst kann ich die Noten nicht lesen”, so ein Teilnehmer, während des Aufbaues zu Beginn am Samstagmorgen. „Nein, brauchst du nicht”, so Salentin daraufhin, „du bekommst erst einmal keine Noten.”
Damit war sofort klar, wie das Wochenende verlaufen wird. Jazzimprovisation, das freie Spiel, stand auf dem Programm. Und als dann alle ihre mehr oder weniger gut ausgeleuchteten Plätze eingenommen hatten, ging es auch gleich los. „Jeder spielt jetzt einfach mal einen langen Ton, schauen wir mal, was für ein Klang entsteht. Und wer glaubt, sein Ton passt nicht gut in den Klang, der verändert einen Schritt nach oben oder unten.“ Erstaunlich, was daraufhin geschah. Allmählich entwickelten sich entspannte oder spannungs geladene Klänge, Salentin gab kurze Hinweise an die Rhythmusgruppe, warf mit der Trompete musikalische Motive in den Raum, ließ die Band oder einzelne Spieler diese aufnehmen und weiterentwickeln, ordnete einzelnen Instrumentensätzen Aufgaben zu. Dies alles nur mit Handzeichen, mit gesungenen oder auf der Trompete gespielten musikalischen Ideen, ließ die Band mal funky oder swingend, mal melancholisch und dann wieder kraftvoll spielen.
Zwei Stunden ohne eine Unterbrechung musizierten 17 Musiker, die vorher noch nie zusammen gespielt hatten und die größtenteils keinerlei Erfahrungen mit Jazzimprovisation hatten. „Bei improvisierter Musik gibt es keine falschen Töne, es gibt nur eine unglückliche Auswahl“, so Salentin, der zu den besten Trompetern der europäischen Szene zählt. „Es ist vielleicht das Geheimnis des Erfolges dieser Workshopreihe, dass wir das Thema Improvisation mit dem Spiel in einer Big-Band verbinden“, so Manfred Greving von der Musikschule, der die Workshopreihe organisiert. „Die Musiker können sich in den Klang eines großen Ensembles hineinbegeben, werden von ihm getragen und trauen sich plötzlich, wirklich frei zu spielen. Alles vor dem Hintergrund, sich in den Gesamtklang integrieren zu können und zu wollen.“
Im Laufe des zweitägigen Workshops musste dann natürlich auch irgendwann mal für die richtige Beleuchtung gesorgt werden, denn auch an fertigen Big-Band-Arrangements wurde gearbeitet. Salentin gab Hinweise zur Technik, zur Klangbildung und schöpfte dabei aus einem schier unermesslichen Reservoir an eigenen Erfahrungen. Am Ende der zwei Tage wussten die Teilnehmer dann, dass der Jazz eine Musik ist, die sogar in großen Gruppen ohne Beleuchtung funktioniert.
Dürener Nachrichten
Tolle Stimmung beim Jazzkonzert
Düren. Vergleiche mit Jazz-Legenden wie Miles Davis mögen vermessen klingen - bis man Hans-Peter Salentin live hat spielen hören. Wenn der gebürtige Mechernicher seine Trompete ansetzt ist das, als fände eine Symbiose statt, als suchte der menschliche Körper nach einem instrumentalen Ventil, um sich auszudrücken.
Mit seinem Spiel nimmt Salentin seine Zuhörer ebenso gefangen wie Eltern es tun, wenn sie ihre Kinder abends mit spannenden Geschichten in neue Welten entführen.
Egal ob Jazz, Groove, Modern Mainstream, Soul, Chill oder Nu Jazz - Der makellose Techniker Salentin beherrscht unzählige Stilrichtungen ebenso wie die freie Improvisation. Seit 2003 ist der international renommierte Musiker Professor für Jazztrompete, Big Band und Jazz-Combo an der Hochschule für Musik in Würzburg.
Dem deutschen Fernsehpublikum ist er insbesondere als Trompeter der Harald-Schmidt-Show-Band, in der er zwölf Jahre gespielt hat, bekannt. Außerdem ist der 48-Jährige neben seiner Lehr- und Konzerttätigkeit als Komponist, Produzent und Autor aktiv.
Kein Wunder also, dass das Café International im Haus der Evangelischen Gemeinde zu Düren am Freitagabend aus allen Nähten platzte. Denn im Rahmen der Konzertreihe «Planet Jazz in concert» wurde diesmal zur Lounge Party mit Hans Peter Salentins «Soundscape» eingeladen.
Begleitet wurde Salentin (Trompete, Flügelhorn) bei seinem Heimspiel von Stephan Schneider (Schlagzeug), Walerie Kühl (Keyboards) und Rainer Wind (E-Bass).
Mit ungeheurer Klangvielfalt, gefühlvollen Stimmungs- und Tempowechseln und einer traumwandlerischen Sicherheit in der gemeinsamen Improvisation begeisterten die vier Musiker ihr Publikum von Beginn an. Die sommerliche Abendstimmung trug zusätzlich zur «chilligen» Atmosphäre der Lounge Party bei.
Traumhafte Geschichten und Melodien
(Von STEFFEN UNGER, Kölnische Rundschau 29.01.2010)
BAD MÜNSTEREIFEL. Abwechslungsreich ist es, das Kinder- und Jugend-Kulturprogramm des Kinderschutzbundes Bad Münstereifel. Initiatorin Elke Andersen hat für das 1. Halbjahr 2010 zahlreiche Veranstaltungen organisiert und dafür Künstler gewinnen können.
So auch den mit zahlreichen Projekten beschäftigten Musikprofessor Hans-Peter Salentin, der in der Kurstadt lebt. Zusammen mit seiner dreiköpfigen Band und seinem Sohn Janosch gab er in der Konviktkapelle ein etwa einstündiges Konzert mit dem Titel „Sternenlieder“.
Dieses Projekt richtet sich an Familien mit Kindern von sechs bis zehn Jahren. Es besteht aus träumerisch-verspielten Melodien und Kindergeschichten rund ums Schlafen und Träumen. Die Idee kam Salentin, weil Sohn Janosch ohne „Schlaf-CD“ kein Auge mehr zudrückte. Der Vater schrieb kurzerhand verschiedene Musikstücke zum Einschlafen und ließ sich zusammen mit seinem Sohn fantastische Geschichten einfallen, die beide auch abwechselnd beim Konzert vortrugen.
„Es geht eigentlich darum, eine Verbindung zwischen Geschichten und Einschlafmusik zu schaffen und dabei Jazzelemente einzubauen. Damit die Kinder erleben, dass das handgemacht ist, und damit sie auch mal lachen“, erklärte Salentin senior.
Dass die jungen Zuschauer sich eher ruhig verhielten, war der Entspannungsmusik und Geschichten wie „Der Junge und das Sterneneis“ oder „Das kleine Geheimnis“ geschuldet und auch so gewollt. Von Langeweile aber keine Spur. Auch Hans-Peter Salentin, der immer einen „Notfallplan“ parat hat, war überrascht: „Die Kinder waren sehr konzentriert, einige waren mal weg, dann aber wieder da. Für Kinder ist das eine ganze Menge.“
Am Ende des Konzerts bewies der vielseitige Musiker schließlich, dass er den Nachwuchs nicht nur beruhigen, sondern auch mitreißen kann. Um sie aus ihrer „Trance“ zurückzuholen und etwas aufzuwärmen, holte er die Kinder spontan auf die Bühne und spornte sie an, die Band klatschend zu begleiten.
Wirklich bedauerlich war, dass die Veranstaltung sehr schwach besucht war. Maximal 50 Erwachsene und Kinder hatten den Weg zu diesem für Kinder wahrhaft zauberhaften Konzert gefunden.
„Es ist wirklich schade“, so die Aussage von Dieter Greifenberg, der die Keyboards bedient hatte. „Ich verstehe das nicht. Kinder bekommen so selten Live-Musik zu hören.“ Dabei hatte Elke Andersen mehrere Grundschulen aus dem Stadtgebiet informiert. Sie beklagte zwar das offenbar geringe Interesse, das sicherlich vordergründig die Eltern betreffe, und die „Umweltverschmutzung für die Ohren“ heutzutage, doch ihr Selbstbewusstsein und Engagement bleiben ungetrübt:
„Ich lasse mich davon nicht unterkriegen“, meinte sie nach dem Konzert und kündigte sogleich an: „Ich mache weiter.“
Die CD „Sternenlieder“ ist bei Hans-Peter Salentin erhältlich.
Stern will nicht mehr leuchten
(Von Claudia Hoffmann, Kölner Stadtanzeiger 29.01.2010)
Jazztrompeter Hans-Peter Salentin und sein Sohn Janosch präsentierten eigene Geschichten und Musik
Bad Münstereifel. Was tun, wenn ein kleiner Stern so einsam ist, dass er nicht mehr leuchten will und sich ganz weit weg wünscht, am liebsten in ein anderes Sonnensystem? Das ist eine von vielen schwierigen Fragen, die sich zwei kleine Mondkinder stellen und auf die Eltern bekanntlich keine richtigen Antworten haben. Mit dieser bezaubernden Geschichte eröffneten Hans-Peter Salentin, der bekannte Jazz-Trompeter und Professor an der Würzburger Hochschule für Musik, und sein Sohn Janosch ihr Konzert „Sternenlieder“ am Mittwochnachmittag in der Münstereifeler Konviktkapelle.
Seit der Premiere des Programms im vergangenen Jahr sind noch viele weitere Geschichten hinzu gekommen: Die jüngste mit dem Titel „Die Zeit“ hat der neunjährige Janosch erst vor wenigen Tagen erfunden. Angefangen hat vor einigen Jahren alles mit einem kleinen „Unglück“. Eines Abends nämlich war die Schlaf-CD von Janosch defekt. Also hatte ihm sein Vater Musik zum Einschlafen geschrieben. Und da sich die beiden auch immer schon Geschichten erzählt haben, lag irgendwann der Gedanke nahe, die Sachen aufzuschreiben, mit der Musik zu verbinden und eine eigene CD zu produzieren.
Janosch mag alle Melodien, die sich sein Vater für ihn ausgedacht hat. Für das „Sternenlieder“-Programm hatte Hans Peter Salentin mit Martin Gjakonovski (Kontrabass), Dieter Greifenberg (Keyboard) und Joachim Schönecker (Gitarre) ein Ensemble hochkarätiger Musiker versammelt, denen er sehr viel Raum für schöne eigene Soli gab. Leise, samtige Jazzimprovisationen verliehen dem Konzert eine meditative Atmosphäre.
So kuschelten sich viele Kinder in ihre Stühle, lauschten gebannt den träumerischen Melodien und den von Vater und Sohn abwechselnd vorgetragenen Geschichten. Toll verlieh Janosch dabei den unterschiedlichen Stimmen Ausdruck, wie dem brummigen Gepolter des Hausmeisters, der in einem verlassenen Theatersaal einem Geheimnis auf die Spur kommt.
Neben einigen Klassenkameraden von Janosch war am Mittwochnachmittag auch die Gruppe der Kindertagesstätte „Die magische 12“ im Publikum. Gemeinsam mit Elke Andersen beschäftigen sich die Kinder in den kommenden sechs Monaten noch intensiver mit dem Projekt „Himmelskörper“ und werden im Sommer die Gelegenheit haben, das Universum auf dem Radioteleskop Stockert „live“ zu beobachten.
Beim Konzert Geschichten erzählt
(Von KRISTINA LORBACH, 09.12.09, Kölnische Rundschau)
BAD MÜNSTEREIFEL. „Zuerst möchte ich euch eine Geschichte erzählen, von einem Mann der sich auf die Suche begibt, nach etwas besonderem“, erzählte Hans Peter Salentin zu Beginn des Konzerts. Bereits zum vierten Mal wurde die Aula des St.-Michael-Gymnasiums zum Musizieren mit Freunden genutzt.
Walerie Kühl am Piano, Stephan Schmolck am Kontrabass und Hans Peter Salentin an der Trompete nahmen die interessierten Zuhörer mit auf eine Reise durch die europäische Musik.
„Kompositionen wie die wunderbare Filmmusik von Ennio Morricone zu ,Cinema Paradiso, aber auch der vorweihnachtlichen Zeit entsprechende Stücke werden wir ihnen heute präsentieren“, versprach Salentin.
Der aus Russland stammende Pianist Walerie Kühl ist bekannt für seine romantischen Klänge. Stephan Schmolck hat in seiner langjährigen Erfahrung einen unverwechselbaren Sound am Kontrabass entwickelt, während Hans Peter Salentin sich in fast jedem Genre zuhause fühlt und von Kennern schon mal als „musikalisches Chamäleon“ bezeichnet wird. Stimmungsvolle Klänge, mal leise aber auch laut, begeisterten die Zuschauer.
Am liebsten bedienen sich Hans Peter Salentin und seine Freunde jedoch der Improvisation einzelner Stücke: „Improvisieren auf der Bühne ist wie Fangen-Spielen. Einer beginnt zu spielen und die anderen folgen ihm in diese Zwischenräume“, erklärte der Musiker. Aber der Nachmittag bot nicht nur unterschiedliche Musikstücke. Denn Hans Peter Salentin ist nicht nur Musiker, sondern auch ein begeisterter Geschichtenerfinder. Mit seinem Sohn Janosch ist er mit dem Stück „Sternenlieder“ unterwegs, um gemeinsam Geschichten zu erzählen. Und so war es auch nicht überraschend, dass der Abend durch kleine Geschichten und Anekdoten, teils erfunden teils real, aufgelockert wurde. „Mit dem Bandprojekt ,Sternenlieder möchten wir euch in eine Welt jenseits eurer Vorstellungskraft entführen. Damit die Fantasie nicht zu kurz kommt“, erzählte Salentin den Zuhörern.
Sein Sohn Janosch war auch zur Veranstaltung gekommen und las dem neugierigen Publikum eine Geschichte über einen fremden Planeten vor.
Salentin lud nun zum 5ten Male zum Adventskonzert nach Bad Münstereifel
ein
Konzertkritik: Drei Musiker mit eigenem Charakter
(Von Carolin Bietzker, 09.12.09, Kölner Stadtanzeiger)
Hans-Peter Salentin lud zum Jazz in die Aula des St.-Michael-Gymnasiums
ein. Unterstützt wurde der Trompeter von Walerie Kühl am Piano und Stephan
Schmolck am Kontrabass. Titel des Auftritts: „European Art“.
Bad Münstereifel - Es war eine musikalische Schmusestunde am Sonntagnachmittag
. In der schönen, alten Aula des St.-Michael-Gymnasiums. Dort konnte man
man eine Auszeit vom adventlichen Trubel nehmen. Zum fünften Mal lud der
Profimusiker Hans-Peter Salentin zu einem zwanglosen Jazzkonzert ein.
Unter dem Titel „European Art“ spielte er einen Querschnitt aus seinen
verschiedenen Programmen, von Filmmusik über freie Jazz-Improvisationen
bis hin zu traditionellen Weihnachtsliedern.

Zwei langjährige Freunde hatte der Trompeter mitgebracht. Walerie Kühl
am Piano und Stephan Schmolck am Kontrabass erwiesen sich als „alte Hasen“
im Jazz-Geschäft. Spannend war es zu beobachten, wie sich die Drei „die
Bälle zuwarfen“, aufmerksam aufeinander hörten und sich mal verselbstständigten,
mal vereinten.
Nach Noten wurde hier nur wenig gespielt. Auf ein Schlagzeug verzichtete
Hans-Peter Salentin ganz bewusst, denn schließlich sollten die Zuhörer
zur Ruhe kommen, die Seele baumeln lassen und es sich bei Glühwein einfach
nur gutgehen lassen. Dennoch plätscherte das Programm keineswegs unspektakulär
dahin. Jeder der drei Musiker brachte seinen eigenen Charakter ein. Der
Frankfurter Stephan Schmolck begeisterte mit virtuosen Läufen auf dem
Kontrabass.
Eine gewisse Süffisanz strahlte der Pianist Walerie Kühl aus Ulm aus,
während er am Bechstein-Flügel in der Aula charmant mit rhythmischen Raffinessen
aufwartete. Filmmusik aus „Cinema Paradiso“ und „Wie im Himmel“ dienten
Salentin ebenso als Kompositionsvorlage wie die Weihnachtslieder „Es ist
ein Ros entsprungen“ und „Maria durch ein Dornwald ging“. Das Tüpfelchen
auf dem I waren die selbst erfundenen Geschichten aus Salentins Programm
„Sternenlieder“, die er und sein Sohn Janosch vorlasen.
Janoschs kleine Nachtmusik
Kölner Rundschau 19.01.09
Wenn man Hans Peter Salentin sagen würde, man sei bei seinem letzten Konzert
eingeschlafen, dann ist das nicht einmal böse gemeint. "Sternenlieder"
lautet der Titel der Kompositionen, die der Weltklasse–Trompeter im Bad
Münstereifeler "Theater 1" dem Publikum vorstellte.
Ursprünglich waren sie als Schlaflieder für seinen achtjährigen Sohn Janosch
gedacht. Nachdem dessen Einschlaf-CD kaputt gegangen war, dachte sich
Salentin selbst Melodien aus. Die klangen aber noch anders als die Musik,
die Salentin mit seiner Band vorführte. "Mit Trompete und Flügelhorn in
der Musik kann doch kein Kind einschlafen", erklärte er. Doch auf der
Bühne bildeten Trompete und Flügelhorn des Musikers natürlich den Mittelpunkt.
Ganz sanft geblasen und mit viel Gefühl entlockte er Töne aus seinen Instrumenten
- verquere Melodien, die wie willkürlich daher gespielt, aber trotzdem
rund klangen.
Da Salentin immer wieder zu den Themen der Songs zurückkam, merkte man,
das sie sehr durchdacht waren. Und wenn der Trompeter sein Instrument
nicht gerade am Mund hatte, lauschte er seinen Mitspielern und lächelte
entspannt und zufrieden. Denn Martin Gjakonovski am Kontrabass, Joachim
Schoenecker an der Gitarre und Dieter Greifenberg am elektrischen Piano
waren nicht nur Salentins Begleitung, sondern alle vier wechselten sich
im Tragen der Melodien ab.
Auch derjenige, für den Salentin die Schlaflieder geschrieben hatte, trug
zum Abend bei. Sohn Janosch las abwechselnd mit seinem Papa Geschichten
vor, die sich die beiden ausgedacht hatten. Etwa die Geschichte einer
kleinen Wolke namens Wölkchen, die regelmäßig den großen Wolken voraus
flog. Oder von den Sternenbildern des großen Wagens und des Mädchens,
das aber nicht jeder sehen kann. Voller Phantasie steckten die Geschichten
von Vater und Sohn. Und wenn gerade musiziert wurde, lauschte Janosch
den Klängen, den Kopf auf den Tisch gelegt oder auf Paps Schoß sitzend
und ihm liebevoll durchs Haar streichend. Eingeschlafen sein dürfte bei
den "Sternenliedern" wohl niemand. Aber ein sanftes Gefühl haben alle
mit heim genommen. (mjo)
Gute Nacht Geschichten zu verträumter Jazzmusik
Von Carolin Bietzker, Kölner Stadt-Anzeiger
Trompeter Hans-Peter Salentin und sein Sohn Janosch brachten im "Theater
1" verträumte "Sternenlieder" zum Klingen.
Bad Münstereifel - Es war einmal ein Junge, der hieß Janosch. Er war acht
Jahre alt, und jeden Abend, wenn er zu Bett ging, erzählte sein Vater
ihm eine Geschichte. Dann legte er seine Schlaflieder-CD auf und schlief
ein. Doch eines Tages ging diese CD kaputt. Janosch war traurig, doch
er hatte großes Glück, denn sein Vater war Musiker und Komponist und spielte
seinem Sohn am PC seine ganz persönliche Schlaflieder-CD ein.
Wie diese wahre Geschichte weiterging, das erfuhren am Freitagabend die
Besucher des „Theater 1“ in der Kurstadt. Dort nämlich stellte der Trompeter
Hans-Peter Salentin gemeinsam mit seinem Sohn Janosch sein neues Programm
„Sternenlieder“ vor, eine Mischung aus entzückenden Gute-Nacht-Geschichten
und verträumter Jazz-Musik. Was aus der Not heraus entstanden war, wuchs
auf der Bühne zu einem hochkarätigen Konzert heran, zu dem der Münstereifeler
Hans-Peter Salentin wie gewohnt wieder erstklassige Musikerkollegen mitgebracht
hatte. Dieter Greifenberg (Keyboard), Martin Gjakanowski (Kontrabass)
und Salentins langjähriger Weggefährte Joachim Schönecker (Gitarre) unterstützten
das Projekt, das in seiner Jazz-Fassung mit Trompete oder Flügelhorn ganz
und gar nicht zum Einschlafen war.
Entspannend war die Musik aber dennoch. Die Stücke waren ruhig, oft von
schlichtem Grundgerüst und unkomplizierter Melodik, einem Rahmen, den
die vier Künstler dann sehr kreativ füllten und anreicherten. Jeder improvisierte
nach eigenem Gusto, hatte Spielraum, sich solistisch darzustellen.
Dennoch schoss dabei niemand über das Ziel hinaus und wahrte den Grundgedanken
der „Sternenlieder“. Ein leichter Nachhall lag auf den Mikrofonen, was
Hans-Peter Salentin immer wieder zu sphärischen Effekten nutzte. Auch
das Keyboard, das eigentlich nur mangels Flügel im „Theater 1“ zum Einsatz
kam, eröffnete wirkungsvolle klangliche Möglichkeiten. Metallische Töne
oder aber solche, die wie ein Marimbaphon anmuteten, unterstützten die
träumerischen Aspekte der Musik.
Die Gute-Nacht-Geschichten aus der Feder von Janosch und Hans-Peter Salentin
lieferten dabei kein musikalisches Programm, das es zu vertonen galt,
sondern bereicherten die Lieder mit Abenteuern aus dem Reich des Sonnensystems,
der Wolken, aber auch der Menschen. Einige dieser Geschichten las der
achtjährige Janosch selbst vor. Nach der Pause mussten sich die Musiker
dann aber doch noch kurz mit einigen Jazz-Standards austoben und alle
Register ziehen. So dass wirklich jeder der zahlreichen Besucher an diesem
Abend auf seine Kosten kam.
Außergewöhnliches Klangerlebnis im "Kleinod" Kino
Attendorn, 06.10.2008
Finnentrop. (pr) Mit Hans-Peter Salentins "Klangwelten" präsentierte die
Kulturgemeinde Finnentrop im KultKino im Rahmen des "9. Sauerland Herbst"
mit Unterstützung der Eibach-Stiftung ein außergewöhnliches Klangerlebnis.
"Sie können sich glücklich schätzen, einen solchen Ort, ein solches Kleinod
hier zu haben", begrüßte Salentin, der als einer der besten Jazz-Trompeter
der heutigen europäischen Szene gilt, sein Publikum. Der 47-Jährige ist
Professor für Jazztrompete, Big-Band und Jazz-Combo an der Hochschule
für Musik in Würzburg, vor allen Dingen aber ein Meister der Improvisation.
Mit geschlossenen Augen kommunizierte Salentin innig musikalisch mit Stephan
Schmolck, ein Meister am Kontrabass und Spezialist für elektronische Verfremdungen,
der kein Problem damit hat, seinen Bass zum "tiefer gelegten" Cello zu
machen und äußerst feinsinnig mit dem Bogen zu streicheln.
Mit der Sängerin Sylwia Bialas, bekannt durch ihr Bandprojekt "Prisma"
und als Mitglied im "European Art Ensemble", wurde die "Klangwelten" zu
einer Improvisa- tionsstudie auf höchstem Niveau. Mit ihrem großen Stimmvolumen
und ebensolcher Modulationsfähigkeit übernahm sie beinahe schwerelos jede
noch so fantasievolle Abstraktion der beiden Musiker und setzte den Improvisationen
mit abwechselnd dunkel-warmen oder hell-zwitschernden Tönen das I-Tüpfelchen
auf.
"Schließen sie die Augen und gehen sie mit uns auf eine Reise", riet Hans-Peter
Salentin seiner überschaubaren Zuhörerschar. Ein Konzert mit improvisierter
Musik wird vermutlich niemals zum Straßenfeger werden. Nicht anders im
schnuckeligen Finnentroper "KultKino", das nur zu etwa einem Drittel besetzt
war. Dennoch fühlte sich Hans-Peter Salentin hier sehr wohl, er spielt
nach seinen eigenen Worten gerne an solchen Orten mit "elitärer" Zuhörerschaft.
Musik ist immer wirklich und jetzt!
Interview mit Hans-Peter Salentin
von Markus Bebek
Die Musiker-Persönlichkeit Hans-Peter Salentin in wenigen Worten zu beschreiben
ist ein schwieriges Unterfangen: er steht als Trompeten-Solist oder Bandmitglied
mit den Stars der Jazz-Szene auf der Bühne, ist erfolgreicher Autor und
Komponist und ganz nebenbei noch Professor für Jazz-Trompete an der Musikhochschule
Würzburg. sonic sprach mit ihm über seine Vorbilder, seine Musik und seine
Pläne.
sonic: Herr Salentin, Sie gelten als einer der besten und meistbeschäftigtsten
Jazz-Musiker der heutigen Jazz-Szene in Deutschland. In einer Konzertkritik
in einer US-Musikzeitschrift wurden Sie kürzlich in einem Atemzug mit
Markus Stockhausen, Nils Petter Molvaer und Miles Davis genannt. Freuen
Sie solche Vergleiche?
Hans Peter Salentin: Zuviel der Ehre...natürlich freut einen ein solcher
Vergleich, aber das lässt sich auch sehr schnell relativieren.
Mit Miles wird man schon verglichen, wenn man einen Harmon Mute benutzt.
Mit Markus, wenn es ein wenig in eine sphärische, klassische Richtung
geht und mit Molvaer, wenn es sich um Loops und lyrische Trompeten mit
Effekten handelt. Also geht der Vergleich nicht wirklich tief, ist aber
in der Sache richtig, nämlich, dass das sicherlich Musiker sind, die mich
beeinflusst haben und immer noch beeinflussen werden.
sonic: Dem deutschen Fernseh-Publikum waren Sie hauptsächlich als Trompeter
der Harald-Schmidt-Show-Band bekannt, in diesem Jahr sind sie aus der
Band ausgestiegen. Wie lange haben sie in der Band gespielt und warum
war nun Zeit zu gehen?
Hans Peter Salentin: Das war bestimmt die längste Zeit die ich in einer
Band verbracht habe: Zwölf Jahre! Die ersten Jahre spielte ich als Gastmusiker
und als die Show nur noch 3x im Monat lief, war ich festes Mitglied.
Der Ausstieg war also nicht so schwer. Leider hat sich die Funktion einer
solchen Band doch sehr verändert. Keine Live Acts mehr oder nur noch ganz
ganz selten. Da war es einfach Zeit.
sonic: Ihr erster Lehrer an der Musikhochschule Köln hat sie besonders
mit der Musik von Chet Baker bekannt gemacht - eine Verbindung, die Sie
bis heute beeinflusst. Was begeistert Sie an Chets Stil?
Hans Peter Salentin: Chet war ein Freund meines Lehrers John Eardley,
der übrigens für Chet bei Gerry Mulligan eingestiegen ist und durch einen
(für mich) glücklichen Zufall in Köln landete.
Ich glaube, dass Chets Spiel und Gesang für jeden Jazz Trompeter ein unglaublich
guter Einstieg ist. Klar strukturiert, sehr softer Klang ohne gleich das
Instrument zu pushen. Allerdings sollte man ihn nicht nur in diese Ecke
stellen. Seine Vorbilder waren die Helden seiner Jugend: Dizzy und Clifford
Brown. Chet konnte auch abdrücken! (lacht) Das ist ein Jazz Idiom für
schnell und hoch und laut, doch das kam bei ihm vielleicht eher weniger
vor.
sonic: Wie würden Sie selbst Ihre Art zu spielen beschreiben?
Hans Peter Salentin: Das sollen andere tun, aber nur soviel: ich möchte
gerne ein eigenständiger, erkennbarer Teil der Musik sein, die ich gerade
spiele.
sonic: Welches Equipment spielen Sie?
Hans Peter Salentin: Ich spiele Yamaha Custom Instruments die Thomas Lubitz
und Eddie Veit vom Yamaha Blasatelier in Neu-Isenburg bei Frankfurt entwickelt
haben.
sonic: Die Zusammenstellung der Musiker, mit denen Sie bereits auf der
Bühne standen, liest sich wie ein "Who´s Who" der aktuellen Jazz-Szene.
Mit welchen Musikern haben Sie am liebsten zusammengearbeitet?
Hans Peter Salentin: Mit allen! Das klingt ein bisschen nach: "Kann er
sich nicht entscheiden?!"
Das ist aber so. Ich erinnere mich an jeden und freue mich auf alles was
da noch so kommt.
Ich kann aber an der Stelle eine kleine, für mich beeindruckende Geschichte
erzählen: Es gab ein Konzert mit dem Saxophonisten Charlie Mariano und
bei der Probe merkte ich schnell, das er sich nicht zurückhält, sondern
"richtig" und mit voller Energie spielt. Das hat mich ein wenig nachdenken
lassen und ich bin zu dem Schluss gekommen: Musik ist immer wirklich und
jetzt!!!
sonic: Sie sind auch als Komponist aktiv und haben u.a. zwölf Streichquartette
komponiert. Welche musikalische Ideen versuchen Sie in Ihren Kompositionen
zu verwirklichen?
Hans Peter Salentin: Musik ist nicht "schubladen-abhängig", sondern nur
vom Geschmack des Komponisten. Kleiner Einschub: ein Jazzmusiker ist immer
ein Real-Time Composer und auf Deutsch: ein "Jetzt-Zeit-Melodien-Erfinder".
Und so arbeite ich an allen Ideen, die mir gerade in den Sinn kommen.
Und schaffe dafür neue Umgebungen. Die Streichquartette entstanden aus
dem Kennenlernen mit Joachim Krist von Telos Music, eine unglaubliche
Persönlichkeit! Und dieses Zusammentreffen hat mich zu diesen Streichquartetten
inspiriert.
Gerade erst habe ich eine Musik für meinen Sohnemann Janosch (8 Jahre
alt) geschrieben: "Sternenmusik", weil seine Schlaf-CD den Geist aufgegeben
hat. Ich sitze aber schon an der übernächsten Logic-Produktion, Midi und
Analog. Das wird sehr spannende, groovige Musik - mit Effekten und so!
(lacht) "Übernächste" deshalb, weil die ersten beiden schon gemischt sind,
aber noch nicht verkauft. Weiter geht`s...!
sonic: Sie lehren auf vielen Workshops, sind Professor an der Musikhochschule
in Würzburg und haben mit dieser Arbeit sehr viel Erfolg. Was ist Ihnen
in der Arbeit mit jungen Musikern wichtig?
Hans Peter Salentin: Dass Sie ihren Weg finden!!! Bei Workshops steht
sicherlich der kurzfristige Eindruck einer Persönlichkeit im Vordergrund.
Wenn z.B. Wynton Marsalis einen Workshop gibt, dann wird man am nächsten
Tag nicht sofort wie er spielen, aber es beeinflusst schon. Studenten
begleitet man länger und hat so viel mehr Einfluss auf ihren Weg.
Das ist pädagogisch ausgedrückt - in etwas klareren Worten: es geht nicht
um Klonen, sondern darum, Musikern Wege aufzuzeigen, wie sie sich individuell
weiterentwickeln können. Ein weites Feld...
sonic: Wie viel Zeit bleibt Ihnen selbst zum Üben und mit welchen Inhalten
beschäftigen Sie sich?
Hans-Peter Salentin: Also was das Üben angeht bin ich immer noch mit etwa
vier Stunden am Tag dabei. 1 1/2 bis 2 Stunden beschäftige ich mich mit
Technik, 2 Stunden mit Improvisation.
Die Übungen werden auch im technischen Teil (Töne aushalten, Zungenstoß,
Bindeübungen, Fingerübungen etc.) mit jazzspezifischen Inhalten gefüllt.
sonic: Was heißt das für Sie?
Hans-Peter Salentin: Nur ein Beispiel: Es ist kein Unterschied, ob ich
jetzt eine Dur oder Moll Tonleiter stoße (immer bis zur 9 Stufe) oder
eine jazztypische Skala. Es werden trompetentechnische Notwendigkeiten
mit Jazzinhalten gefüllt.
Ich möchte an dieser Stelle auch an die Bedeutung des "kreativen Übens"
erinnern. Eine eigene Baustelle, nur soviel: wenn man das Prinzip einer
Übung verstanden hat, kann man dieses durch alle Tonarten spielen, ohne
permanent in die Noten zu gucken. Auf dieser Basis kann man dann, nach
einiger Zeit, neue Übungen entwickeln. Wichtig ist bei allen Übungen eine
Konsequenz. Das heißt, diese werden solange gespielt, bis sie wirklich
abrufbar sind. Das kann durchaus einige Zeit dauern, und auch dann muss
man sie leider nach einiger Zeit wiederholen.
Wer sich für diese Konzepte näher interessiert, dem empfehle ich die Improvisationsschule
zum kostenlosen Download auf meiner Webseite.
sonic: "BEYOND OUR THOUGHTS" und "SOUNDSCAPE" heißen zwei Ihrer letzten
Alben. Ist es Ihnen bei CD-Veröffentlichungen wichtig, den Geschmack der
Zuhörer zu treffen oder möchten Sie mit Ihren Produktionen auch "neues",
bisher "unerhörtes" wagen und experimentieren?
Hans Peter Salentin: Nie war es, dank sei dem Internet, so einfach, die
vielfältigsten Musiken zu hören. Dort gibt es immer wieder etwas überraschend
"Neues" zu entdecken.
Die Atmosphäre einer CD ist für mich heute sehr wichtig. Im akustischen
Jazz mag ich die ECM-Ästhetik (European Contemporary Music von Manfred
Eicher). Bei mehr elektronischen CDs beeindrucken mich u.a. Randy Brecker-CDs.
Dort ist soviel zu entdecken. Ich glaube, dass eine CD etwas haben muss,
das den Zuhörer genau in diesem Moment fesselt. Auch finde ich heute die
künstlerische Zusammenführung unterschiedlichster Medien z.B. Musik und
Videokünstler sehr spannend. Diese Idee ist nicht neu, aber spannend und
es hat die Chance etwas "Neues" entstehen zu lassen.
sonic: In einem Interview mit der Zeitschrift "Jazzpodium" sagten sie
kürzlich: "Musik definiert sich auch nicht ausschließlich darüber, wie
gut jemand sein Instrument beherrscht." Ist Ausdruck und Gefühl für sie
das entscheidendste an einem Musikstück?
Hans Peter Salentin: Die eigene Unverwechselbarkeit, verbunden mit der
Atmosphäre einer Komposition, sind für mich sehr wichtig. Leider hat dies
auch schon dazu geführt, dass ich in manchen meiner Kompositionen keine
Trompeten höre. (lacht)
sonic: Welche Projekte haben Sie in Zukunft vor sich?
Hans Peter Salentin: Oje, leider zu viele...
Versiertes Spiel in lockerer Atmosphäre
Quelle: Kölnischer Stadt-Anzeiger vom 12.12.2007
Bad Münstereifel.Von Jahr zu Jahr zieht es mehr Musikfreunde in die Aula
des St.-Michael-Gymnasiums, wenn Hans-Peter Salentin zum Jazz-Konzert
einlädt. Bereits zum dritten Mal präsentierte der Trompeter aus Bad Münstereifel
im Rahmen des Weihnachtsmarktes ein ganz und gar unweihnachtliches Programm.
Nicht als Konkurrenz zu den Musikdarbietungen unter freiem Himmel, sondern
als zusätzliches Angebot.
In der nahezu voll besetzten Aula spielten „Hans-Peter Salentin and Friends“.
Die Zuhörer genossen die Auszeit vom adventlichen Treiben. Bei den „Friends“
handelte es sich um Hubert Nuss (Piano) und Martin Gjakonovski (Kontrabass).
Beide sind schon mehrfach mit Salentin aufgetreten, eine langjährige Freundschaft
verbindet das Trio.
Das Programm drehte sich um Bill Evans, einen Komponisten, der zahlreiche
Filmmusiken geschrieben hat. Dass der Amerikaner ein Virtuose der klassischen
Klaviermusik war, fiel nicht schwer zu glauben. Hubert Nuss hatte am Flügel
wirklich alle Hände voll zu tun. Dabei schienen seine Finger streckenweise
die Tasten nur zu streifen - und doch entlockten sie dem Instrument eine
unglaubliche Fülle von rhythmisch prägnanten Tönen.
Sanft ließ es Hans-Peter Salentin angehen. „Very Early“, das Eingangsstück,
spielte er mit Schalldämpfer. So stimmte er das Publikum recht behutsam
auf zwei Stunden hochkarätigen, abwechslungsreichen Jazz ein. Salentin
hatte sichtlich Spaß an der ungezwungenen Atmosphäre, winkte jedem Gast,
der etwas verspätet zur Tür hereinkam, um dann sofort wieder in seine
Musik abzutauchen. Mit beeindruckender Technik und herzlicher Ausstrahlung
begeisterte er sein Publikum. Schärfer wurden die Klänge bei „Moon Alley“,
als Salentins Trompete in lebhaftes Gespräch mit dem Kontrabass einstieg.
Dabei verwöhnte auch Martin Gjakonovski die Konzertbesucher mit versiertem
Spiel und Aufsehen erregenden Solopartien.
Hörgenuss erster Klasse
Quelle: Kölnische Rundschau vom 18.09.2007
Einen Hörgenuss der gehobenen Klasse präsentierten Hans-Peter Salentin
und Walerie Kühl ihren Zuhörern im Nettersheimer Kulturbahnhof (KuBa).
Die Klangvielfalt zog die rund 30 Besucher in ihren Bann. Sie überzeugten
mit ihren auf Jazz basierenden und auf Computer gestützten Improvisationen.
Das Konzert sollte eigentlich in der Telos-Akademie in Floisdorf stattfinden.
Stattdessen wurde es im Kulturbahnhof geboten. Eine Freude nicht nur für
die Leiterin Susanne Polzin, die den Klängen konzentriert lauschte. Schon
vor drei Jahren präsentierten die Musiker ein Konzert in Floisdorf. Dies
war Grundlage der CD "4th Dimension", die das Duo vor drei Jahren mit
Unterstützung von Joachim Krist aufnahm. Aus 200 Minuten Musik wurden
70 Minuten herausgeschnitten. "Ein Konzert ist ein Konzert", erläuterte
Salentin: "Die CD ist eine Geschichte, die zum Zuhören reizt, es ist improvisierte
Musik mit klassischen Anlagen." "Das musikalische Schubladendenken ist
längst überholt", erklärt Salentin: Jazz ohne Klassik gehe nicht. Und
seine Musik will Salentin, der neben Trompete auch Flügelhorn spielt,
"nach den Möglichkeiten, die unsere Zeit bietet, gestalten". Sein musikalischer
Trend, so der in Bad Münstereifel lebende Professor an der Würzburger
Musikhochschule, gehe irgendwann zu Videosequenzen. Komponist Walerie
Kühl fühlt sich zwar eher dem Klavier verbunden, entlockte im Zusammenspiel
mit Salentin seinem Keyboard aber Klänge auf höchstem Niveau.(el)
Improvisationen auf hohem Niveau
Quelle: Kölner Stadtanzeiger vom 17.9.2007

Bild: Romanowski
Nettersheim - Ein Konzert mit improvisierter Musik vornehmlich aus dem Jazz-Bereich
ist gemeinhin kein „Straßenfeger“. So waren es denn auch nur
rund 30 Besucher, die am Samstagabend den Weg zu der Veranstaltung im Kulturbahnhof
fanden. Doch das vermeintliche „Minoritätenprogramm“ war ein
echter Leckerbissen für alle, die zuhören können und nicht gleich
laufen gehen, wenn die Anzahl der Akteure auf ein Duo beschränkt ist. „Exzellente
Klangvielfalt“ wäre ein plakativer, aber griffiger Titel für das,
was Hans Peter Salentin und Walerie Kühl ihrem Publikum in Nettersheim boten.
Anders als geplant, konnte das Konzert der beiden Musiker nicht in der Telos-Akademia
der Familie Krist in Floisdorf stattfinden. Ein Umstand, der die Betreiberin des
Kulturbahnhofs, Susanne Polzin, sofort „zugreifen“ ließ. Auf
ihre Einladung hin rückten Salentin und Kühl schwerbepackt mit allerlei
technischem Gerät an. Der aus Nowosibirsk stammende Kühl, der sich auch
als Komponist und leidenschaftlicher Spätromantiker sonst eher dem Flügel
verbunden fühlt, saß an diesem Abend am Keyboard - und dort saß
er gut. Denn auch dem elektronischen Instrument wusste er Töne zu entlocken,
die mitunter stark an das Klangideal der Klassik angelehnt erklangen.
„Das musikalische Schubladendenken ist längst überholt“,
erläuterte Salentin dem
„Kölner Stadt-Anzeiger“ vor Konzertbeginn. Seine Musik will der
in Bad Münstereifel lebende Trompeter und Flügelhornist, der als Professor
der Musikhochschule in Würzburg arbeitet, mit „den Möglichkeiten
unserer Zeit“ gestalten und sieht sich mit der kürzlich verstorbenen
Musikerlegende Joe Zawinul einig, wonach das Keyboard flexibler sei als das Klavier.
Noch am Abend vor dem Konzert in Nettersheim hatte er einige Klangvariationen
an seinem Computer ausprobiert, die er auch im Kulturbahnhof einsetzte. Irgendwann,
so Salentin, will er auch mit Videosequenzen experimentieren. Die freie Improvisation
aus dem Moment heraus betrieb er gemeinsam mit Kühl auf der Grundlage der
CD „4th Dimension“, die beide gemeinsam vor drei Jahren aufnahmen.
Auch auf dem Album „Voyage“, das in Kürze erscheinen wird, ist
Salentin vertreten. Bis vor zwei Wochen war er dazu noch auf einer Tournee in
Italien, die er gemeinsam mit Andrea Centazzo und der Sängerin Sylwia Bialas
bestritt. Nach dem Genuss der ersten „richtigen und größten Pizza“
seines Lebens wird Salentin bald schon mit seiner Musik bei einem Konzert in New
York zu Gast sein. (rom)
"Mein lieber Schwan"
Zeitungskritiken Workshop Steinfurt
Quelle: Westfälische Nachrichten - 8.5.2007
Burgsteinfurt. Das Konzept ist einfach. Die Musikschule lädt interessierte
Hobbymusiker zu Workshops mit hochkarätigen Dozenten ein, und wenn die dann schon
mal da sind, wird so ganz nebenbei ein Konzert mit allen Beteiligten organisiert.
So wie am vergangenen Samstagabend, als Jazz vom Feinsten im Cafè Schwan in Burgsteinfurt
zu hören war. Sylwia Bialas (Gesang), Prof. Hans-Peter Salentin (Trompete), sowie
die Teilnehmer eines Jazz Band- und eines Gesangsworkshops der Musikschule machten
das Lokal zur Jazzkneipe.
"Mein lieber Schwan", es ist einfach Klasse, hier zu sein und hier zu spielen",
lachte Salentin, der wieder einmal gezeigt hat, dass er seinem Ruf als einer der
besten Jazztrompeter der jungen europäischen Szene gerecht wird und der wohl mit
der gleichen Intensität und Spielfreude auf der Bühne stand, wie in den vergangenen
Jahren als künstlerischer Partner von James Carter, Chick Corea, Bob Mintzer,
Simon Phillips (Toto), oder Brandford Marsalis. Wilhelm Belgart (Drums), Vitali
Penner, Mathias Kleiner (Bass) und Robin Kamps (Gitarre) sorgten dabei nicht nur
für ein solides musikalisches Fundament, sondern spielten, wie einige andere Workshopteilnehmer
auch, großartige solistische Einlagen. Dazu zählten Ingo Blankenau und der erst
16-jährige Musikschüler Tolga Saracoglu (Saxophone) ebenso wie die Sängerin Anna
Nienerowski.
Und auch Sylwia Bialas ließ es sich nicht nehmen, aufzutreten. Sie begeisterte
mit ihrer unendlich modulationsfähig erscheinenden Stimme das Publikum im voll
besetzten Cafè.
"Der "Schwan" hat seine Feuertaufe bestanden", so das Resümee von Manfred Greving,
Projektbereichsleiter und Stellvertretender Schulleiter der Musikschule, der die
Workshops und das Konzert organisiert hatte. "Steinfurt hat einen neuen Konzertraum.
Nicht für jede Art von Musik geeignet, aber vieles lässt sich hier hervorragend
machen. Wir kommen wieder."
Fulminanter Jazzabend im "Café Schwan"
Quelle: Münstersche Zeitung, 8.5.2007 . K. Rainer Nix
Burgsteinfurt. Exzellenten,mitreißenden Jazz erlebte das Publikum am Samstagabend
im Café Schwan. Prof.Hans-Peter Salentin, der als einer der besten Trompeterder
aktuellen europäischenSzene gilt, Sängerin SylwiaBialas und Teilnehmer eines Big-Band
Workshops der Musikschule präsentierten gemeinsam eine Jam-Session vom Feinsten.
"Wir wildern gerade ein bisschen, wir spielen, was uns in den Kopfkommt", sagte
Salentin.Profis bei der ArbeitSchon vom ersten Ton an warklar, dass außergewöhnliche
Profis die Bühne betreten hatten. Obschon kein einzigesStück vorher geprobt worden
war, stimmten die Musiker mit E-Gitarre, Schlagzeug,Bass, Saxophonen, Trompete
und Gesang ihre Parts sensibel aufeinander ab. Was oft langsam, geradezu lyrisch
begann, entwickelte sich zunehmend kraftvoller, bis sich Instrumente und Stimme
schließlich zu einem Gesamtkunstwerk vereinten. Die aus ehemaligen Musikschülern
und Musikern aus der näheren Umgebung zusammengestellte Formation empfandsichtlich
Spaß, alles zu geben. Kurze Rhythmus-Absprachen vor dem nächsten Stück - und schon
ging's ab. Der Auftritt war ein Leckerbissen für Jazzfans, die freie Improvisation
schätzen, ohne dass dabei ein musikalisches Grundmuster verloren geht. Kleine
"Duelle" zwischenTrompete oder Saxophon und Stimme würzten die Darbietungen. Prof.
Salentin - in der Bagno-Konzertgalerie leitete er im Mai 2006 einen Jazz-Workshop
der Musikschule - kam zurück nach Burgsteinfurt, um am Wochenende mit fortgeschrittenen
Musikern einen Big-Band Workshop zu moderieren. Wie im letzten Jahr im Lesegarten
der Hohen Schule gab es jetzt ein Abschlusskonzert - im Café Schwan.
11. Dezember 2006
Quelle: Münstersche Zeitung/ / Monika Fahlbusch
Bezaubernde Bagno-Balladen
Was Stimme, Klavier, Bass und Trompete in der Konzertgalerie ausrichten können
Steinfurt - Was mag sich der Flügel in der Bagno-Konzertgalerie wohl gedacht haben? Noch vor einer Woche spielte Klassik-Star Menahem Pressler auf ihm wunderbar gefühlvoll mit dem Beaux-Arts-Trio. Und am Vorabend des Zweiten Advent sollte ebendieses Piano nun dazu beitragen, dass an historischer Spielstätte ein Jazzkonzert gelänge? Die Zuhörer schauten irritiert auf die Bühne. Eine kleine Gesangsanlage, kein Schlagzeug, ein Tonabnehmer am Bass – und das bei der bekannt guten Akustik des Raumes. Man war gespannt.
„Fremdbesetzt“
Zu verdanken hatte das Publikum und die Musiker dieses besondere musikalische Event Manfred Greving von der Musikschule Steinfurt. Der hatte den Jazztrompeter Prof. Hans-Peter Salentin bei einem Bigband-Workshop kennen gelernt. Und ihn mit seiner Band „European Art Ensemble“ für die Bagno-Galerie interessiert.
Salentin war sich bewusst, dass er diesen Ort am Samstagabend „fremdbesetzt“ hatte. Was er daraus machte, zeugte von hoher musikalischer Verantwortung für den Ort, das Publikum und den Jazz. „Nie würde ich hier mit Schlagzeug spielen“, so der Jazz-Professor. Mit den Brüdern Szymon und Ksawery Wojcinski (Piano und Bass) und der Sängerin Sylwia Bialas hatte er Balladen ausgewählt, die so sanft, ausdrucksstark und emotional gestaltet wurden, dass nicht nur Flügel, sondern auch Zuhörer am Ende völlig überzeugt waren: Diese Musik passt genau hier hinein!
Zwitschern
Mit „You must believe in spring“ von Michele le Grand, einem Standard, der durch den Pianisten Bill Evans sehr bekannt wurde, stellten sich die Musiker vor: Das Thema, präsentiert vom Pianisten, übernahm Sylwia Bialas fast schwerelos. Sie jazzte dann mit enormem Stimmvolumen, schwelgte in warmen, dunklen Klängen und zwitscherte vergnügt in den höchsten Höhen. Jede verrückte Harmonie inspirierte sie zu immer neuen, fantasievollen Improvisationen.
Einschleichen
Hans-Peter Salentin im ersten Teil mit Trompete, im zweiten Set mit Flügelhorn, schlich sich gefühlvoll in den Gesang ein, hauchte leicht verrauschte, weiche Trompetenklänge zur Begleitung, um dann bald das Heft in die Hand zu nehmen.
Egal ob Chorus oder Improvisation – Salentin spielt mit geschlossenen Augen – ganz auf die musikalische Gestaltung konzentriert. Im Wechselspiel mit dem Bassisten schreckt er zusammen, da der Bühnenboden plötzlich knarrt. Das ist bisher bei klassischen Konzerten hier noch nicht aufgefallen. Diese Musiker bewegen sich ja auch kaum auf der Bühne. Salentin aber verdient Kilometergeld.
Ins Paradies entführten Klavier, Bass und Gesang die Zuhörer mit dem Titel „Cinema Paradiso“ von Ennio Morricone. Hans-Peter Salentin zeigte alle Tricks und Virtuositäten, die er auf der Trompete zu bieten hat. Die ungeheuer talentierte Sängerin präsentierte sich mit ihrer Eigenkomposition „Alfredo“.
Gänsehaut
Der ganze Thrill von „Rosemaries Baby“ wurde mit instrumentaler Kraft und Expressivität in der Filmmusik des Polen Christopher Komeda so dargestellt, dass man fast eine Gänsehaut bekam. Wäre da nicht das jämmerliche Trompeten-Weinen zum Schluss gewesen, man hätte sich von dem Wiegenlied, in das sich das musikalische Geschehen entwickelte, täuschen lassen.
Egal ob Kompostionen von Steve Kuhn, James Taylor oder Keith Jarrett – das Quartett reihte eine musikalische Perle neben die andere und schenkte sie dem dankbaren Auditorium: Rauchfreier Jazz in kultivierter Atmosphäre ist noch eine Marktlücke...
Akustik
Übrigens: Nicht wegen der Akustik, sondern zur Tonmodulation brauchte die Sängerin die Gesangsanlage. Sie spielte mit dem Mikrofon: Nähe oder Ferne, Höhe oder Tiefe, direkter oder halliger Klang. Zum Jazzgesang gehört das einfach dazu. Und der Kontrabass wurde nicht etwa elektronisch verstärkt, sondern es wurden lediglich seine Mitten betont, „weil der tolle Saal vor allem die tiefen Töne so blendend annimmt“, erläuterte Salentin.
Ungern entließ ein rundum zufriedenes Publikum die Musiker Richtung Adventskranz. „Es war für uns eine schöne Zeit“, bedankte sich Salentin bei dem, der Musikschule und Manfred Greving.
10. Dezember 2006
Quelle: Westfälische Nachrichten / Steinfurter Kreisblatt
Besser als in jedem Jazzkeller
...Steinfurt. Jazzkelleratmosphäre im Bagno? Nein! Besser als jedes verrauchte Gewölbe hat sich die Konzertgalerie am Samstagabend für den Auftritt der vier hochkarätigen Musiker des European Art Ensemble mit Prof. Hans-Peter Salentin (Flügelhorn/Trompete), Szymon Wojcinski (Piano), Ksawery Wojcinski (Kontrabass) und Sylwia Bialas (Vocal) geeignet. Angekündigt hatte sich das von der Musikschule eingeladene Quartett um den Würzburger Jazz-Professor mit atmosphärischen, einfühlsamen und entspannenden Kompositionen von Komponisten mit Weltruf. Musik, die den Begriff European Contemporary Music geprägt und die die gleichnamige Plattenfirma durch das legendäre ,,Köln Konzert von Keith Jarrett weltberühmt gemacht hat.
Auch wenn bei der Musik und der damit verbundenen Assoziation vielleicht manches mal beim Zuhörer ein unbewusster Griff hin zu einem imaginären Glas ging, um daraus an Wein oder Bier zu nippen, es war besser, dass keines dort stand und vom Facettenreichtum der Vorstellung abgelenkte. Salentin genießt den Ruf, einer der besten Trompeter der gegenwärtigen europäischen Szene zu sein. Warum, das stellte er an diesem Abend eindrucksvoll unter Beweis. Scheinbar ohne technische Grenzen reihte er Passagen grandioser Virtuosität und musikalischer Ideen an lyrische Abschnitte, lies sein Instrument in allen Farben klingen und zeichnete seine klanglichen Linien in den Raum. Linien, die ihn mit seinem Publikum, besonders aber mit seinen Mitstreitern verbanden. Und die präsentierten sich nicht weniger eindrucksvoll. Szymon Wojcinski (Piano) war dabei wohl besonders erfreut, nicht in einem Jazzkeller zu spielen. Denn dort stehen Flügel der Qualität der Steinfurter Konzertgalerie eher selten. Aber was bringt ein tolles Instrument ohne einen Pianisten wie ihm, dem seine klassische Ausbildung wohltuend anzumerken war und der zusammen mit seinem Bruder Ksawery (Kontrabass) mal ein fein gesponnenes harmonisches Fundament legte oder auch einfühlsam und ideenreich solistisch hervortrat. Auch Ksawery spielt auf der Basis einer klassischen Ausbildung, die auch ihn in die Lage versetzte, seine musikalischen Ideen klanglich umzusetzen.
Und als vierte im Bunde machte Sylwia Bialas (Vocal) den Abend zu einem perfekten Erlebnis. Was für eine Stimme. Mal verraucht, mal prägnant, eben mit dem Timbre einer hochklassigen Jazzsängerin, die den Zuhörern einige wohltuende Schauer über den Rücken jagte.
Wir wollten den Raum ausloten und es war wunderbar hier zu spielen, so Salentin am Ende des Konzertes. European Contemporary Music zeitgenössische europäische Musik dafür wurde die Konzertgalerie einst gebaut und, damals wie heute, so wie an diesem Abend vorgetragen, gehört diese Musik und dieser Stil auch dorthin.Salentin und Bialas werden im Mai einen Big Band- sowie Gesangsworkshop an der Musikschule durchführen.
www.musikschule-steinfurt.de
14.12.06
Quelle: Kölner Stadtanzeiger / Carolin Bietzker
Lyrischer Jazz, genau richtig zum Entspannen
"....unter die Haut ging die Stimme von Sylwia Bialas, die ihren warmen Gesang wie eine Decke ausbreitete........ auch Salentin musizierte ganz versunken und begeisterte die Musikfreunde mit Improvisationen in größtenteils gedämpften Ton....."

Dürener Nachrichten Montag 15. Mai 2006
Hingebungsvoll und brillant gespielter Jazz
Hans-Peter Salentins Trompte schwelgt mit Trio in Rhythmen. Publikum im Komm erlebt melodische Poesie und ein virtuos explodierendes Feuerwerk
Von unserem Mitarbeiter Georg Neulen
DÜREN. Kontraste wie im Titel ,,Rough and Easy’’ füllten das KOMM mit hingebungsvoll und brillant gespieltem Jazz beim Heimspiel für Freunde des inzwischen weithin geschätzten Trompeters Hans-Peter Salentin. Eingehüllt in die rhythmischen Gewänder seines exquisiten Trios schwelgte er ebenso in melodischer Poesie wie mit virtuos explodierendem Feuerwerk. Nur 5 Stücke hatte er wegen ihrer thematisch schönen Klarheit ausgesucht, Anstöße für unendliche Improvisationsgeschichten, sich mit überraschenden Klang- und Rhythmuswechseln zweieinhalb Stunden
,,zu schaffen’’. Zuerst Ennio Morricones ,,Cinema Paradiso‘’, lyrisch weich mit energischen Spitzen und dem Klangteppich des Keyboards. Dieter Greifenberg hatte aber auch edle Klavierregister für seine Soli und die Kaskaden der Dialoge mit der Trompete.
Markus Schieferdecker (Bass) steigerte seine meditierenden Tupfer zu rasanten Läufen und kreativ bestückten Solopartien.
Auch Daniel Prätzlich (Drums) machte sich sofort als solistischer Teilhaber mit präzisen und abwechslungsreich dosierten Applikationen bemerkbar. So wurden zwei Grundsätze für Salentins Musik erfüllt:
Alle Musiker im Team spielen eine gleichberechtigte Rolle
im Wechselgespräch wie im Gesamtklang. Und für die Melodien schätzt er die originale Intension des Komponisten, ehe sie offengelegt werden für Improvisationen und Überraschungen. Das galt für ,,Northern Song’’,
ekstatisch gesteigert mit dem Klang karibischer Kessel-Drums,
wie für ,,Seven Steps to Heaven’’, die Salentin selbst eine
,,Miles-Davis-Wilderei ‘’ nannte. ,,Wild’’ war auch eine häufige Assoziation, als er nach der Pause ,,Chan’s Song’’ angekündigt hatte : zwischen seraphischen Tonfolgen, impressionistischen Fetzen und
Easy - Swing eine wilde Jagd, wilde Schreie, wilde Riffs:
War das noch dasselbe Stück ? Nach dem längsten Schlagzeug- Solo packte Salentin endlich sein Flügelhorn aus, intonierte ,,The Nearness of You’’ fühlte den Raum strahlend klar und wie zuvor mit Nachhall und Echoeffekt, inspirierte das Wechselspiel zum genussreich erschöpfenden Schluß für den anhaltenden Applaus und für Gespräche.
Workshop - Steinfurt
Einmal gemeinsam mit einem Großen der Musikszene spielen. Wer träumt als Hobbymusiker nicht davon?
Die Musikschule Steinfurt erfüllte einigen glücklichen Instrumentalisten jetzt diesen Wunsch und lud zum Big Band Workshop mit dem bekannten Trompeter Prof.Hans Peter Salentin. An zwei Tagen stand der Profi den hiesigen Musikern mit seinem Fachwissen zur Seite und machte sie fit für ein Abschlusskonzert am Sonntagnachmittag, das bei schönstem Sonnenschein zahlreiche Musikfreunde in den Lesegarten der Hohen Schule lockte.
Dezent
Mit Soloimprovisationen und dezenter Begleitung wurden die Zuhörer begrüßt. Salentin wählte spontan einige Musiker aus der Gruppe aus, die dann im Alleingang ihr Können unter Beweis stellen durften. Auch der Berufstrompeter selbst griff zu seinem Instrument und zeigte den Anwesenden, was man aus ihm so herausholen kann. „Alles ist Musik und basiert darauf,dass man es gemeinsam macht und Spaß dabei hat“, so der Professor.
Und Spaß, den hatten die Musiker.. Mit Salentins Eigenkomposition „Stone City“ zeigten sie, dass sie auch exzellent vom Blatt spielen können. Ein entspanntes Bass und Gitarrenintro machte den Anfang, bevor die Bläser einstiegen und mit typischem Big Band Sound begeisterten.
Ausgezeichnet
Ausgezeichnete Soli legten Bernhard Graweloh am Tenorsax und Anja Bareither am Flügelhorn hin. Bei Bill Evans Jazz Waltz „A Second before“ arbeiteten die Trompeter mit Dämpfern und erzeugten so einen abwechslungsreichen Klang. Gemeinsam mit ihren Mitmusikern zauberten sie eine romantisch beschwingte Atmosphäre in den Lesegarten, die vor allen Dingen auch Armin Badde am Schlagzeug durch eine gemächliche Spielweise und Benedikt Kämper mit seinem Trompetensolo unterstützten.
Beim Standard „Senator Whitehead“, komponiert vom amerikanischen Jazzmusiker Frank Wess, hatte Werner Biedenkapp an der Gitarre seinen großen Auftritt und Carsten Langkamp nutzte die Chance, als Solist an der Trompete zu überzeugen. Einen Abstecher in die Welt der lateinamerikanischen Musik machte die Big Band schließlich mit „Dear Claudio“, Salentins Hommage an den brasilianischen Trompeter Claudio Roditi. Sommerlichleicht animierte das Stück den ein oder anderen Konzertbesucher, ein wenig mitzutanzen.
Der Altsaxophonist Werner Balske und der Trompeter Silwan Griffith beeindruckten mit schwierigen Soli, die die heitere Stimmung unter stützten. Nach tosendem Applaus für die Leistung der Musiker, die in recht kurzer Zeit ein beachtliches Programm auf die Beine gestellt hatten und vom Professor für ihre Leistung gelobt wurden, gab es für die Zuhörer noch eine Zugabe.
Fachwelt
Begleitet von der Band, demonstrierte schließlich der Workshopleiter selbst noch einmal, warum er das Lob der Fachwelt wahrlich verdient hat.
Quelle: MZ-Christiane Bode
Blätterrauschen zum Bigband-Sound
Burgsteinfurt. Musikalischer Partner war Hans-Peter Salentin schon von internationalen Größen wie James Carter, Chick Corea, Bob Mintzer, Brandford Marsalis oder Simon Philips von Toto. Von ihm zu lernen und mit ihm zu musizieren, das war für die Teilnehmer des Bigband-Workshops der Steinfurter Musikschule bestimmt auch eine große Nummer nicht zuletzt, weil dem Professor der Würzburger Musikhochschule vor seinem Gastspiel in der Hohen Schule der Ruf vorauseilte, einer der besten Trompeter der europäischen Szene zu sein.
Was man mit einer Truppe motivierter Instrumentalisten im Verlauf eines Wochenendes auf die Beine stellen kann, bewies Salentin eindrucksvoll beim Abschlusskonzert am Sonntagabend im Lesegarten der Hohe Schule, wo gleichzeitig der Leinen- und Blaudruckmarkt mit einer eindrucksvollen Jazz-Session unter freiem Himmel ausklang.
Salentin war überrascht, dass der Einladung so viele Menschen gefolgt waren, die es sich im Schatten der Bäume oder in der untergehenden Abendsonne auf dem Rasen bequem machten und die Musik in der wunderschönen Umgebung auf sich wirken ließen. Vom Rauschen der Blätter fühlten sich auch Salentin und die Band angeregt, entwickelten immer größere Lust, sich auf das Zusammenspiel mit der Natur durch allerlei Improvisationen einzulassen, wobei man sogar zu Ehren des Gastgebers mit Stone City eigens ein Stück für die Stadt Steinfurt geschrieben hatte.
Was ursprünglich nur als halbstündiges Konzert angekündigt war, entwickelte sich zu einem über 60-minütigen Auftritt, an dessen Ende Salentin das Burgsteinfurter Publikum wie ein Bienenvolk mitsummen ließ und dabei seine ganze Improvisationskunst, seine Spieltechnik und -leidenschaft demonstrierte.
Der Lesegarten erwies sich dabei (auch akustisch) als ideales Umfeld für vergleichbare Konzerte. Wiederholung unbedingt erwünscht.
08. Mai 2006
Quelle: Westfälische Nachrichten
Old Satchmo hätte Spaß gehabt
VON PETRA GREBE - 25.10.05 - Kölner-Stadt-Anzeiger

Copyright by Petra Grebe
Mechernich-Floisdorf - Improvisationskunst und jazzige Klänge paarten sich am Samstagabend in der Telos-Akademia in Floisdorf zu einem erstklassigen Konzert, bei dem Jazzfreunde voll auf ihre Kosten kamen. Hans-Peter Salentin, Hubert Nuß, Stefan Schmolck und Daniel Prätzlich spielten zugunsten des Jazzmuseums „Louis Armstrong“ in New Orleans und zugunsten von Musikern, die von der Überschwemmung der Stadt betroffen sind.
Das Konzert war gut besucht, und erwartungsfroh ließen sich die Zuhörer mit auf eine Reise nehmen. Auf eine Reise in die Jazzmusik, die zeigte, dass sich nicht nur Musiker aus New Orleans dem Jazz völlig hingeben können. Die Töne schwebten förmlich durch den Saal - von einem Musiker zum anderen und wieder zurück. Klassische Jazzelemente paarten sich mit neuen Klängen und entwickelten sich so zu einem ganz eigenen Klangerlebnis.
Er sei allerdings nicht Louis Armstrong, dämpfte Hans-Peter Salentin gleich falsche Hoffnungen - und singen wollte er erst recht nicht. Er verstand es aber mit der Trompete meisterhaft, seine Mitmusiker zu einfallsreichen Improvisationen zu inspirieren. Armstrong hätte sicherlich mit großem Interesse das Spiel der vier Musiker verfolgt. Sie schöpften aus der mehr als 110-jährigen Jazz-Tradition in New Orleans, entwickelten sie aber weiter, erklärte Salentin.
Hubert Nuß am Flügel nahm gerne die „Bälle“ auf, die Salentin ihm zuspielte und reichte seinerseits den „Stab“ weiter. Der brillante Klang des Flügels harmonierte gut mit den naturgemäß eher harten Tönen des Schlagzeugs und der Trompete.
Einen erdigen und akzentuierten Klang steuerte Stefan Schmolck am Kontrabass bei. Mit seinen elektronischen Verfärbungen, die zwischendurch immer wieder aufwallten, setzte Schmolck interessante Akzente und bewies seine Klasse an dem Instrument.
Daniel Prätzlich, der Youngster im Kreise der vier Musiker, setzte sein Schlagzeug gekonnt ein und brauchte sich vor den „alten Hasen“ nicht zu verstecken. Es entstand ein Improvisationsspiel, in das die Zuschauer sich hineinfallen, die Gedanken frei fließen lassen und die Musik in sich aufnehmen konnten. Keine überflüssigen Schnörkel, sondern geradliniges Spiel war zu hören. Mal filigran, sanft und verträumt, dann wieder dynamisch und voller Power setzte jeder einzelne Musiker seine Akzente an diesem Abend.
Hans-Peter Salentin in der Jazz-Schmiede-Außergewöhnlich!
von SRDJAN KEKO - 10.03.2003 - Rheinische Post Düsseldorf
Wie schön, dass Hans-Peter Salentin auf die Verleihung des ,,Deutschen
Musikedition-Preises 2003 ‚’ für seine ,, Trompetenschule’’ in Frankfurt verzichtete, um in der Schmiede seine CD ´´ Sound of silence ´´ und weitere Eigenkompositionen zu präsentieren ! Obendrein verschenkte er das Trompetenbuch an Zuhörer mit Trompetenambitionen.
Vor drei Jahren begegnete Salentin dem Pianisten Michael Wollny mit seinem Trio, daraus erwuchs diese Formation. Als hervorragender Könner bläst Salentin nicht nur hirndurchpustende Rekordtempoläufe in den höchsten Lagen, sondern phrasiert ebenso leicht lyrische, balladenhafte Passagen. Der erst 24-jährige Wollny hat vom ersten Ton an warme Finger, spielt rasant und bravourös, setzt seinen ganzen Körper ein, so dass seine Musik nicht nur ihn, sondern auch das Publikum vom Hocker reisst. Wolfgang Kriener am Kontrabass zupft teilweise spärlich, verabschiedet gleichsam jeden Ton persönlich, setzt aber deutlich Akzente und singt orginellerweise seine schönen Soli gleich mit! Der mehrfach als ,,Professor’’ apostrophierte Berklee-summa-cum-laude-Absolvent Joachim Leyh am Schlagzeug sorgt denn auch mit akademischer Feinheit für den notwendigen Rhythmus. Manchmal denkt man, da spielt jeder sein Ding, und dennoch ergibt das Ganze eine runde Sache.
Das ist das Schöne am Jazz !
Im ersten Set wurde die CD komplett präsentiert, mit Stücken wie ,,The big need ‚’ erläutert Salentin : Freiraum, See, Baum,Flasche Wein.....-, ,,Colours in shades ‚’ oder programatisch- ,,Blowin ‚ like a ...’’ . Im zweiten hörte man u. a. ,,The smile in his face ‚’ oder ,, Monk, Trane und Janosch ´´, wobei letzterer Name für Salentin 3-jährigen Sohn steht.
Das Salentin-Quartett intoniert eine gehaltvolle, stellenweise angenehm unruhige, positive Unruhe stiftende Musik. Hatte nicht schon Schiller gefordert, man müsse den Bürger beunruhigen ? In der herrlich verhüllten Zugabe ,,Secret Love´´ endlich spielt Salentin ein wunderbares langes Solo auf dem Flügelhorn, da ertönt auch das lang erwartete Drum-Solo.
So wird Liebe zur Musik öffentlich zelebriert !
Jazz- Zeitung
Dezember Ausgabe 2002
Hans-Peter Salentin / Michael Wollny/
Wolfgang Kriener / Joachim Leyh :
,,Sound of Silence’’ yvp-music 3105
Mit seiner vierten CD bei dem Label yvp will es Hans Peter Salentin wissen:
Der Würzburger Trompetenprofessor hat sich nämlich mit einem hochbeachtlichen Nachwuchstrio zusammengetan und den drei Jungs seine Kompositionen anvertraut.
Durchaus erfolgreich, wie sich mit dem vom Bayrischen Rundfunk aufgezeichneten Konzert 2001 zeigt. Mit Wolfgang Kriener, am Bass und dem Schlagzeuger Joachim Leyh findet sich eine kompakte und bewegliche Rhythmsection.
Von Michael Wollny, dem Pianisten, den jüngst auch Heinz Sauer für sein Trio erkor, wird noch so Manches zu hören sein in den nächsten Jahren.
Der Meister selbst bleibt an der Trompete jedwedem Mätzchen abhold,überzeugt auch in den High-Note-Ranges durch pure Kunst am Instrument,dem er gerade dadurch ein Maximum an Möglichkeiten entlockt inausdrucksreicher Beschränkung auf die Stärken einer geradezu brillianten Linienführung.
Tobias Böcker
NMZ Neue Musik Zeitung
Dezember Ausgabe 2002
Archaische und ungebremste Rhythmen
Hans-Peter Salentin und das Michael Wollny Trio im Würzburger Toskanasaal
Sowohl der erhabene Toskanasaal, als wohl auch die Musiker des Abends erfuhren durch diese Begegnung eine neuartige und seltene Verwandlung:
Der pulsierend, brodelnd-schmutzige Großstadtjazz des Trompeters Hans-Peter Salentin
dem das Michael Wollny Trio zur Seite stand, fand in ihren besten Momenten zu einer
kammermusikalischen Sensibilität und Reife, einer Ruhe und Eleganz, die nicht nur in die Herzen der Jazzpuristen durchdrang.Das altehrwürdige Ambiente schien sich unter den nie gehörten Klängen dagegen bisweilen in einen urbanen , modernen Klangraum zu verjüngen. Ein allemal lohnenswerter Kontrast, vom Tonkünstlerverband iniziiert und vomgutgelaunten und zahlreich angereisten Publikum mit reichlich Applaus belohnt. Jene besten Momente enstanden im Umbruch , an den kompositorischen Nahtstellen, im Wechsel des Lichts und der Dynamik, im Solo meist, wenn sie dem Titel des Programms ,,Sound of Silence’’ am nächsten kamen.
Manchmal ziehen sich lange Tutti-Passagen mit gleichbleibender Dynamik und formloser Dramaturgie, doch dann entsteht wieder Transparenz und Spannung, Gestalt und Kontrast.
Wenn Salentin mit seinem nachtklaren, unsentimentalen Trompetenton auf dem weichen Klanggrund des Trios einsetzt, oder, wie in ,,Kenny’s Friends’’, in seltsame, mal menschlich, mal tierisch anmutende, kehlige und bizarre Laute verfällt; wenn alle die Stimmen senken und man wieder den vollen, plastischen, ungeheuer agil und schlafwandlerisch sicheren Bass Wolfgang Krieners durchhört, oder man von Michael Wollny nach langer Tuttihektik mit einem leise und milde lächelnden, sanft seine traurigen Melodien entspinnenden Soli entlohnt wird:
Da zeigen sich großartige Musiker.
Überhaupt überrascht uns diese immense Klavierbegabung immer wieder mit wunderbaren Einfällen. In ,,The big Need’’lässt er fast unauffällig einen Tanzsatz entstehen, der rhythmisch und gestisch unwillkürlich an Bach denken läßt und in einem der schönsten Stücke des Abends ,,Monday Night’’ grüßen Jarret, der Broadway und auch ein wenig Mendelsohn.
Einfach gut!
Aber auch das Chaos hat seinen Platz und wird in ,,For my Friends’’zu einem echten Hörabenteuer. Archaische ungebremste Rhythmen vom durchweg punktgenauen und virtuosen Schlagzeuger Joachim Lehy, endlose, nervige und aufreibende Skalen an der Trompete führen ins Bodenlose, immer wieder, auch nachdem das Klavier, wie so oft, die Szenerie beruhigt hatte. Doch hier zeigt sich die Klasse aller. Sie führen mit sicherem Formgefühl die Improvisationen zurück zu Ordnung und Frieden.
Salentins am Anfang meist parallel geführte Themen sind von schlichter, kühler Präsenz, nicht ohne Melancholie. Miles Davis ist seine Sache mehr, als heiterer Retro- Swing.
In der Zugabe ,,Long Walk long Talk’’einem kargen fast monoton, doch feinen und ruhigen Stück, scheint diese Stilistik am weitesten getrieben, die reduzierte Motivik bestimmt die Struktur des ganzen Stückes, das ganz einsam unter Michael Wollnys Händen versiegt und einen interessanten Abend beendet.
Karsten Stracke
JAZZPODIUM Januar 2003
CD-Rezension
Hans-Peter Salentin / Michael Wollny / Wolfgang Kriener / Joachim Leyh
Sound of Silence
yvp 3105
Hans-Peter Salentin beherrscht variantenreich verschiedenste Idiome
seines Intruments, erweist sich als nahezu kompletter Trompeter für alle nur denkbaren Einsatzbereiche und ist mit erkennbar eigenständiger Persönlichkeit im Modern Mainstream ebenso zu Hause, wie in der maßvoll freien Improvisation oder einer stärker funky orientierten Spielweise. Nun hat sich der Trompetenprofessor an der Würzburger Musikhochschule mit einem hochbeachtlichen Nachwuchstrio zusammengetan und den drei Jungs seine Kompositionen anvertraut. Das ist gelungen, wie sich mit dem hier vom BR. aufgezeichneten Konzert beim Würzburg Jazzfestival 2001 zeigt.
Wolfgang Kriener,b, und Joachim Leyh,dr, bilden eine kompakte Rhythmsection. Von Michael Wollny,p, jüngst auch von Heinz Sauer für sein Trio erkoren,
wird man noch hören in den nächsten Jahren.
Salentin selbst beweist seine Klasse mit erkennbar eigenständiger Persönlichkeit und in geradezu brillanter Linienführung in eher ruhig gehaltenen Kompositionen, an deren innere Glut jedoch brodelt und jede Menge heiß glühender Lava enthält.
MAIN-ECHO
,,Like floading of Sounds''
,,Wie sich ausgereifter Jazz anhört, demonstrierte Trompeter Hans-Peter Salentin
mit seiner Quartett-Formation. Mit seinem klaren, vibrationsarmen Ton improvisiert er sich unaufgeregt durch schnelle Passagen und setzt in langsamen Stücken wunderbar lyrische Akzente. Salentins Trompete ist wie ein kühler und nebliger Herbstmorgen, in den die ersten Sonnenstrahlen fallen....Das Stück ,,Like Floading of Sounds'' macht das musikalische Konzept der Gruppe deutlich. Nach dem Eröffnungsthema wird das rhythmische Korsett immer mehr aufgeweicht, bis sich nur mehr ein Fließen von Klängen einstellt.............
Dieses Schweben mit weicher Landung gelingt den vier Musikern mit schlafwandlerischer Sicherheit...........
Ulf Kampfmeier
Kölner Stadt-Anzeiger vom 20.06.00
Jazz-Abend - Leise Dreiecksgespräche der Instrumente
von Patrik Reinartz
Hans-Peter Salentin, Hubert Nuss und John Goldsby in der ,,Werkstatt Bad Münstereifel - Ein Kontrastprogramm zum Schützenfest wollte Hans-Peter Salentin am Sonntagabend in Bad Münstereifel bieten. Und dies ist dem Musiker ,Dozenten und Komponisten gründlich gelungen: Während im Festzelt mit feucht- fröhlichem ,,Halali die erfolgreiche Jagd auf die Holzvögel gefeiert wurde, stellte sich im Restaurant Werkstatt eine Atmosphäre ein, wie sie intimer kaum sein konnte. Denn der Abend war dem vor 20 Jahren verstorbenen Pianisten Bill Evans gewidmet. Die drei Musiker Hubert Nuss am Piano, John Goldsby am Kontrabass und Salentin selbst an der Trompete, sehen sich in der Tradition des introvertierten Virtuosen, der unter anderem auf Miles Davis Meisterwerk ,,Kind of Blue am Flügel zu hören ist. Nicht nur in der Interpretation der Evans Stücke war der "kammermusikalische Hintergrund" (Salentin) des Trios zu spüren - auch in Standards wie "All the Things you are" zeichneten sich durch leise Dreiecksgespräche der Instrumente aus. Wahre Intensität braucht keine Lautstärke: Die Einzelstimmen - die ruhelosen Bassläufe des WDR Big-Band -Mitglieds Goldsby, die Melodiebögen von Nuss am Piano und Salentins virtuoses Trompetenspiel - verwoben sich zu einer expressiven Einheit mit magischer Aura. Und obwohl die Mehrzahl der Stücke schon Jahre und Jahrzehnte auf dem Buckel hat, war von oberflächlicher Jazz-Nostalgie keine Spur. "But Beautiful etwa, ein Stück von Jimmy van Heusen aus dem Jahre1947, klang, als sei es gerade aus dem Hirn des Autors entsprungen. Manche Kompositionen scheinen über die Jahre nichts von ihrer Aktualität verloren zu haben. Und, so erklärte Salentin "Modernität gewinnen die Stücke auch durch zeitgemäße Interpretation. In der Werkstatt war jedenfalls der Wille zum Experiment gefragt - ohne jedoch in verkopfte Intellektualität zu versinken. Statt Langeweile herrschte knisternde Spannung, die den Musikern geradezu körperlich anzusehen war. Salentin etwa versank minutenlang in sich, nur um kurz darauf wieder an der Trompete zu explodieren. Und bei einer Dizzy-Gillespie-Interpretation fiel es dem Zuhörer wie Schuppen von den Augen, wo diese Musik hin will: Leiser und immer leiser Klang Salentins Trompete aus, bis nur noch sein Atem zu hören war. Der Jazz war an diesem Abend unterwegs zur Stille - oder dorthin, wo Bill Evans Geist auf in wartet: ins Nirwana.
Aachener Zeitung
Bill Dobbins ,John Goldsby und Hans-Peter Salentin spielten
,,Tribute to Bill Evans''
"Als Piano-Bass -Trompete-Trio ein ganzes Programm von Bill Evans zu spielen erfordert Mut,besonders für den Tompeter,. Nur wenige lassen sich auf das Experiment ein ,die fremden Akkorde ,die eigentlich für ein Klavier-Trio konzipiert waren,auf die Trompete zu übertragen. Salentin wagte es und setzte dem ausgeprägten Bass-Rhyrhmus von John Goldsby und dem präzisen Piano-Spiel von Bill Dobbins --seinen eigenwilligen unverwechselbaren Stil entgegen-mit Erfolg............interaktiver Jazz par excellence...."
Kölner Stadtanzeiger - Euskirchen
Lebende Jazzlegende - Charlie Mariano in Konzert
"Mein Name ist Hans-Peter Salentin, und ich spiele die Tröt." In aller Bescheidenheit stellte sich der Trompeter aus der Kurstadt vor, nachdem sein Jazz-Quintett das Konzert in Bad Münstereifel mit dem "Chant Song", einer Gemeinschaftskomposition von Herbie Hancock und Stevie Wonder, eröffnet hatte. Vielleicht lag die Zurückhaltung Salentins daran, dass an seiner Seite einer der ganz Großen des Jazz auf der Bühne stand. Kein Geringerer als Charlie Mariano gab sich am Sonntag in der alten Konviktkapelle die Ehre. "Für so ein Fleckchen wie Bad Münstereifel ist das schon ein ungewöhnliches Ereignis", erklärte Salentin. Schon seit fast einem halben Jahrhundert hat sich Mariano mit Leib und Seele dem Jazz verschrieben. Er startete seine Karriere 1941 in einer schwarzen Showband in Boston. Durch die Zusammenarbeit mit Charlie Parker und Dizzy Gillespie, den Heroen des Be-Bop, kam der Saxofonist zu frühem Ruhm. Nach der Übersiedlung nach Europa zu Beginn der 70-er Jahre gründete Mariano die wegweisende Jazzrock-Formation "Pork Pie". Mit ihr wurde Mariano endgültig zur "lebenden Legende". Wobei die Betonung auch heute noch eindeutig auf "lebend" liegt: An Agilität und Spielfreude stand Mariano den jüngeren Kollegen in Münstereifel in nichts nach. Salentin konstatierte voller Bewunderung: "Es gibt nicht viele Musiker, die in diesem Alter noch so offen für Neues sind." So entwickelte sich auf der Bühne ein Generationen-Treffen mit magischem Touch. Mariano und Salentin präsentierten sich in der Tat als "Two Of A Kind". Mit diesem Motto des Konzerts hatten die beiden Jazzer nicht zu viel versprochen. Ob in leisem Dialog zwischen Salentins Trompete und Marianos Saxofon oder in laut explodierenden Passagen: An Virtuosität mangelte es nie. Frenetisch beklatschte das Publikum im gut gefüllten Saal der Kapelle die beiden Solisten, aus deren Stücken sich auch ein Großteil des Repertoires zusammensetzte. Unterstütz wurden die beiden von Schlagzeuger Hardy Fischötter, Bassist Rainer Wind und Keyboarder Mike Herting. Dessen Song "My Man" war in der Konviktkapelle ebenso zu hören wie einige altehrwürdige Jazz-Standards. Nach einer Stunde verabschiedeten sich die Musiker mit der alten Musical-Melodie "All The Things You Are" in die Pause. Zum Atemholen hatten sie aber nicht allzu lange Zeit: Nach einer Viertelstunde ging es in der zweiten Konzerthälfte mit unvermindertem "Blowing Spirit" weiter. Dabei entwickelte das Quintett einen eigenwilligen Sound mit melodiösen und groovenden Momenten, der kaum in eine Schublade passt. Salentin: "Wir lassen uns gegenseitig Freiraum. Jeder Einzelne kann sich da optimal entfalten."
Kölner Stadt-Anzeiger
Lebende Jazzlegende
Großer Musikabend in der Konviktkapelle
,,so entwickelte sich auf der Bühne ein Generationen-Treffen mit magischem Touch. Mariano und Salentin präsentierten sich in der Tat als ,,Two of a Kind''.....ob in leisem Dialog zwischen Salentins Trompete und Marianos Saxophon oder in laut explodierenden Passagen: an Virtuosität mangelte es nie........Dabei entwickelte das Quintett( Mariano, Salentin, Mike Herting, Rainer Wind und Hardy Fischötter) einen eigenwilligen Sound mit melodiösen und groovenden Elementen, der kaum in einen Schublade passt....Frenetisch beklatschte das Publikum die beiden Solisten.....
Patrik Reinartz
Aschaffenburger Zeitung
Brillante Solisten und hervorragender Sound
"Ein Fest für Jazzfreunde bot die Jazz Big-Band der Aschaffenburger Musikschule.....
Für die Aufnahmen erschienen zwei hochkarätige Jazzer : der Trompeter Hans-Peter Salentin und die Bostener Altsaxophon -Legende Charlie Mariano........dann der erste Gast
Hans-Peter Salentin. Er bediente die Trompete nüchtern bestimmt, mit einem angenehmen seidigen Ton. Seine vitalen ,nonchalanten Soli sind nicht vordergründig expressiv, sondern weich und schlüssig phrasiert und selbst in den High Notes unaufdringlich.........
Interessant war Salentin's Stück,, Dear Claudio''. Man spürte in Salentins' Solo den Latin in jeder Note.............."
Michael Kim
Main Echo
Eine geschlossene Mannschaffsleistung( Charlie Mariano und Hans-Peter Salentin)
"... Salentin weiß worauf es beim Improvisieren ankommt: Thema aufgreifen und verarbeiten (davon lösen ohne die Orientierung zu verlieren). Hat sich der Trompeter erst einmal in die Materie vertieft, gibt es kein halten mehr, ist die Notenskala nach oben offen. Wenn der Zuhörer fest davon überzeugt ist, dass Salentin einen Phrase ausgereizt hat, versteht es der Trompeter, noch einmal anzuziehen und einen, Big-Point zulanden......"
MS
FAZ Frankfurter Allgemeine Zeitung
Luftige Experimente auf sicherem Grund und die Qual der Wahl auf den auf den 13. Leverkusener Jazz tagen
".......Hier ergeben sich besonders zwischen James Carters Saxophon und dem Flügelhorn Hans-Peter Salentins so viele frappierende Spannungsmomente ,dass das Publikum sogar den schäumenden Gerstentrank abstehen lässt......."
Michael Rieth
Kölnische Rundschau Regionalteil Köln 18.06.2001
Frühschoppen vor dem Hyatt-Hotel in Deutz
Jazz und Salsa im Biergarten
Heiße Latin-Jazz-Rythmen gab es gestern beim "Sommer jazz" im Biergarten des Hyatt - präsentiert von der Kölnischen Rundschau spielte die sechsköpfige "YMA America-Group" eine frische Mischung aus Jazz und Salsa mit Groove-Einlagen.
Neben zahlreichen Eigen-Kompositionen standen auch Variationen anderer Jazz-Titel auf dem dreistündigen Programm, beispielsweise "Con Alma" des legendären Jazztrompeters Dizzy Gillespie.
Mehr als zehn Minuten lang wechselten sich temperamentvolle Klavier-, Trompeten-, Schlagzeug- und Percussionsoli ab, durch den Beifall angefeuert, verlängerten die Musiker das Stück immer wieder.
Wo sich die Sonne nicht gegen die Wolken durchsetzen konnte, legten sich die Jazzer besonders ins Zeug und spielten erfolgreich gegen gelegentliche Regenschauer an.
Die südamerikanische Atmosphäre zog mehr als 1000 Biergartenbesucher und Spaziergänger in ihren Bann, die sich mit Hilfe der Musik Sonne vorstellten, wo keine schien.
Dürener Nachrichten
Nideggener :,,Salsa & Latino Night'' vermittelte pure Lebensfreude
Feuerwerk heißer Latino-Rhythmen
"In spannungsvollem Kontrast zu der ursprünglichen Seite des Latin Jazz standen Hans-Peter Salentins experimentellen Trompetensoli. Wie in Trance überließ er sich den Salsa-Rhythmen, übermalte sie mit hellen Tonkaskaden, brillierte mit gewitztem und originellen Spiel................."
SWI
Aachener Zeitung
Jazz-Trompeter entfachte Rhythmus -Feuerwerk
Hans-Peter Salentin begeisterte...........
Bettina Macherey
Dürener Zeitung
Unverdünnt ins Blut
"Das internationale Ensemble sorgte temperamentvoll für genau die richtige Musik vor der Kulisse einer herrlichen Sommernacht... mit spritzigen Soli und immer wieder überraschender Originalität begrüßte Salentin sein Publikum in der Swing City......."
Löhne(LZ/MP)
Präzision auch bei den schwierigsten Passagen
Absolute Spitzenklasse : Trompeter Hans-Peter Salentin
...stellten dies Peter Weniger und Hans-Peter Salentin eindrucksvoll unter Beweis....
Bamberger Zeitung
Und das Gute siegt doch - Salentin im Bamberger Jazzclub
".... produzierte sich nicht als Jäger der hohen und schrillen Töne. Sorfältig baute er die Spannungsbögen in seinen langen Soli auf,phrasierte warm und rund, ohne die Töne zu verschmieren......"
Tobias Kindermann
Hans-Peter Salentin im Deutschland-Funk
Einen, mächtigen blowing Spirit'' bescheinigen Kritiker dem Trompeter Hans-Peter Salentin, eine unverblümte Freude am Spielen'', die sich sowohl auf die Mitmusiker als auch auf das Publikum überträgt.......zählt Salentin sicher zu den virtuosesten Vertretern der neuen Jazzgeneration in Deutschland......der in ruhigeren Passagen allerdings Lyrische Qualitäten aufweist......"
Harald Rehmann -Leiter der Jazz Redaktion Deutschland-Funk
Dürener Nachrichten
Leckerbissen für Jazzfans
Silent moments-Round Midnight Pariser Clubflair
...in spielerischer Konkurrenz forderten sich Peter Weniger und HP Salentin zu Höchstleistungen heraus....Ganz unerwartet Assoziationsräume schufen die beiden mit virtuosen Trompentenläufen und gefühlvollen Saxophon -Passagen..........
Kerstin Switala
Bonner General-Anzeiger
,,My Funky Salentin(e)'' in der Brotfabrik
'' Noch ein Kalauer: aus dem Titel des in den 30er Jahren geschrieben Balladen Klassikers:,,My funny Valentine'' hat sich der Trompeter Hans-Peter Salentin flugs den Bandnamen ,,My funky Salentin(e) gedrechselt.
Ein Wortspielchen das anzeigt ,daß Salentin nicht viel von altbackener Swingnostalgie hält.....Salentin ist technich unglaublich versiert..rasend schnell sind seine Läufe ..mühelos pfeift er sich durch hohe Tonlagen..bissige Miles Davis Grooves...hervoragende Sololeistungen..........."
Joseph Engels
Aschaffenburg ,, Brot & Spiele''
CD-Kritik
,,My Funky Salentin(e)''
....Wer es wilder mag,kann es ja mal mit Hans-Peter Salentin versuchen. Der gehört mittlerweile zur nachrückendendeutschen Vorzeige-Jazzgarde jenseits der Mangelsdorffs und Dauners und spielt statt eines weichen Flügelhorns die wesentlich agressivere Trompete. Meiner bescheidenen Einschätzung nach hatte allerdings auch ein gewisser Hardy Fischötter auf ,,My Funky Salentin(e)'' (YVP Music) erheblichen Einfluss auf die gesamte Produktion.
Denn zwischen Hardy,dem Drummer, und Herrn Salentin am Horn spielt sich eine sehr spannende musikalische Interaktion ab. Wer nun glaubt,das Wörtchen ,,Funky'' im Titel ließe darauf schließen,hier würde einer der sich oft ähnelden Versuche unternommen, tanzbaren Jazz an Mann und Frau zu bringen, muss sich eines Besseren belehren lassen. Salentin bietet vielseitigen und ideenreichen Contemporary Jazz des Jahres 2000, den die gesamte berühmte Amizene auch nicht besser hinkriegt. Und wer ein Tänzchen wagt,wird bald von Fischötters schlagzeugtechnischen Fallstricken zu Boden gebracht.
Claus Berninger
Jazz Podium
Hans-Peter Salentin ,,My Funky Salentin(e)''
Hans-Peter Salentin ist ein hervoragenderTrompeter mit ebenso feurigem Strahl wie überschäumender Spiellaune. Er ist gefragter Studiomusiker und begehrter Workshop-Leiter. Aber vielleicht ist gerade seine Lehrtätigkeit-er ist Dozent für Jazz Musikhochschule Würzburg-ein Grund dafür,dass ihm der Durchbruch ins allgemeine Puplikumsbewusstsein versagt blieb.
Ein anderer mag sein,dass er die stilistische Vielfalt schätzt,und seine aufgeteilte Medienpräsenz in den von Höhrern oft getrennt wahrgenommenen verschiedenen Bereichen zu nachhaltigeren Wirkung nicht ausgereicht hat.
Längere zeit gab es keine CD von ihm,die auf dem klassischen Vertriebsweg zu erhalten war.Das hat sich jetzt geändert. Wie der Titel schon sagt,beschränkt er sich hier auf die funky Variante seines stilistischen Spektrums.Alle Kompositionen stammen von ihm selber,sie sind intelligente und groovige Vorlagen für die Solisten,zu denen landesbekannte Experten zählen wie der Saxophonist Peter Weniger oder Schlagzeuger Hardy Fischötter. Die Musik macht Laune,sie wurde im wesentlichen live eingespielt,nur im Keyboard Bereich gibt es Overdubs.
Dürener Zeitung
Freie Improvisationen bizarrer Klangbilder
Kühl und Salentin stellten Werke ihrer CD vor
"Die üblichen Schubladen in die man Musiker und ihre Stile so gerne steckt ,passen hier nicht. Was Kühl mit Piano und Synthesizer und Salentin auf seiner Trompete schaffen sind bizarre Klangkollagen, die sich sphärisch im Raum verbreiten...... Die alte Kirche stellte sich als richtiger Ort für solche Klangbilder heraus, sie ließ den Melodien den Raum, den sie brauchen und verlieh den filigranen Stücken, etwas Sakrales..............Schubladen denken ist bei Salentin und Kühl halt fehl am Platz.........." |